Der Mann fürs Grobe

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Di, 12. Dezember 2017

Schwenningen Wild Wings

Trainer Pat Cortina lobt den finnischen Abräumer Jussi Timonen für kompromisslose Arbeit.

EISHOCKEY. Der sonntägliche 2:1-Heimerfolg gegen Ingolstadt war für die Schwenninger Wild Wings, die sich am Freitag in der Verlängerung mit 5:4 in Köln durchgesetzt hatten, der vierte Sieg in Folge. Verteidiger Jussi Timonen bekam von Trainer Pat Cortina ein Sonderlob. Der schweigsame Finne räumte vor dem Tor auf. "Jussi ist unglaublich, wie er vor dem Tor und in den Ecken kämpft", so Cortina nach dem Sieg gegen Ingolstadt. Als die Bayern am Ende mit sechs gegen vier Mann auf den Ausgleich drängten, nagelte Timonen den Ingolstädter Greg Mauldin mit einem fairen Check dermaßen hart in die Bande, dass der Panther-Stürmer zu Boden ging.

Der 34-jährige Finne ist ein wichtiger Faktor für die Schwenninger Defensive, die mit 74 Gegentoren nach Nürnberg (65) und Berlin (70) derzeit die beste Abwehr der Deutschen Eishockey Liga stellt. Ganz anders als noch in der vergangenen Saison räumen die Wild Wings vor dem Tor die gegnerischen Stürmer konsequent weg. Der beinharte Abwehrmann Timonen geht beispielhaft voran. Aber auch die Neuzugänge Kyle Sonnenburg und Dominik Bohac gehören zur Sorte der harten Verteidiger. Und Kalle Kaijomaa spielt ungleich stärker als noch in der vergangenen Saison. "Es sind alle Verteidiger zusammen, die diese Abwehrarbeit ausmachen. Mit unserem Spielsystem hat unser verbessertes Defensivverhalten aber nichts zu tun, aber unser Zweikampfverhalten hat sich verbessert", so Trainer Cortina.

Und das obwohl der offensivstärkste Verteidiger der Wild Wings, Mirko Sacher, seit Wochen verletzt ist. Dem wortkargen Finnen Jussi Timonen Sätze zu entlocken, ist schwierig. "Es war ein großer Sieg für uns, daran hatte aber die ganze Mannschaft ihren Anteil", so der Linksschütze nach dem Erfolg gegen Ingolstadt. Wenn man jemanden aus der Mannschaft hervorheben solle, dann ganz bestimmt nicht ihn, sondern "Dustin, der exzellent hält". Was macht sonst noch den Erfolg von Schwenningen aus? "Wir sind eine läuferisch sehr gute Mannschaft", hat Timonen, der mit seiner Frau und drei Kindern – alles Mädels – in Villingen wohnt, festgestellt. Sein Bruder Kimmo Timonen bestritt übrigens über 1000 Spiele in der NHL, war über viele Jahre Nationalspieler und holte mit Finnland unter anderem olympisches Silber.

Jussi will sich aber nicht mit seinem älteren Bruder vergleichen, der Spielmacherqualitäten besaß, inzwischen aber seine Karriere beendet hat. Als rein defensiven Verteidiger sieht er sich aber auch nicht. "Ich kann einen guten ersten Pass spielen", so der Mann, der die Rückennummer 46 trägt. Timonen hat am Neckarursprung schon elf Scorerpunkte (zwei Tore/neun Assits) gesammelt.