Die Schweiz greift nach einer Medaille

dpa

Von dpa

Sa, 19. Mai 2018

Eishockey

Nationalteam steht im Halbfinale der Eishockey-WM.

KOPENHAGEN (dpa). Ihre sensationelle Medaillen-Chance bei der Eishockey-WM feierten die furiosen Schweizer im Stile von Bayern-Star Franck Ribéry. "Jubeln", schrien sie ausgelassen in der Kabine, als sie sich mit dem 3:2-Coup über Mitfavorit Finnland in das Halbfinale gegen Kanada gekämpft hatten. Vorbild war der französische Fußball-Star, der so – nach der Aufforderung, mit der Meisterschale in die Kamera zu jubeln – für Lacher gesorgt hatte. Die Eidgenossen bewiesen Humor – und haben noch nicht genug.

Wie Finnland trat auch Rekordchampion Russland bereits die Heimreise an. Die Schweiz will sich auch vom Eishockey-Mutterland Kanada nicht aufhalten lassen und sich wie beim Silbermärchen vor fünf Jahren Edelmetall sichern. "Jetzt wollen wir mehr", sagte NHL-Verteidiger Roman Josi vor dem Halbfinale am Samstag in Kopenhagen (19.15 Uhr/Sport 1).

26 WM-Titel, ein NHL-Ensemble angeführt von Superstar Connor McDavid – die Trophäensammlung und Kaderliste der Kanadier könnte durchaus einschüchtern. "Das ist wirklich aufregend fürs Schweizer Eishockey", sagte NHL-Stürmer Timo Meier. "Wir sind definitiv noch nicht satt." Im anderen Halbfinale stehen sich Titelverteidiger Schweden und die USA gegenüber (15.15 Uhr).

Schnell werden Erinnerungen an 2013 wach, als famose Eidgenossen mit dem Finaleinzug in Schweden verzückten. Auch wenn ihnen der erste WM-Titel gegen den Gastgeber verwehrt geblieben war, hatten sie ihr ganzes Land in Ekstase versetzt. Damals besiegten sie auf ihrem Weg mit neun Siegen in zehn WM-Spielen auch Kanada. Überhaupt stammen die drei Erfolge in bislang 30 WM-Duellen mit Kanada alle aus den vergangenen acht Jahren. Und vor dem 5:4 nach Verlängerung im Prestigeduell mit den Russen quälte sich der Favorit in der Vorrunde.

Die Eidgenossen müssen allerdings Topstar McDavid stoppen. "Er ist einer der besten Spieler der Welt", schwärmte der kanadische Trainer Bill Peters. "Ich versuche immer noch herauszufinden, wie man mit dem Puck so schnell sein kann. Ich habe jeden gefragt, aber niemand hat darauf eine Antwort."