Eishockey

Die Schwenninger Wild Wings schwitzen für die Eiszeit

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Fr, 22. Juni 2018 um 00:00 Uhr

Schwenningen Wild Wings

Nur keine Ausreden: Die Eishockey-Cracks der Schwenninger Wild Wings malochen jetzt schon im Kraftraum für die neue DEL-Saison.

EISHOCKEY. Draußen ist Fußball-WM mit Public Viewing. Im Kraftraum der Helios-Arena schwitzen derweil die Eishockey-Cracks der Schwenninger Wild Wings für die neue Saison. Es wird sehr konzentriert und diszipliniert gearbeitet. "No excuse" (keine Ausreden), oder "daily decisions determine destiny" (tägliche Entscheidungen bestimmen das Schicksal), steht an den Wänden des Fitnessraumes der Wild Wings in der Schwenninger Helios-Arena.

"It's not about being the best, it's about being better than yesterday": Es geht nicht darum der Beste, sondern besser als gestern zu sein. Diese Sprüche scheinen die Spieler der Schwenninger Wild Wings auch jetzt schon und damit rund drei Monate vor dem Start in die neue Eiszeit verinnerlicht zu haben. Das Zirkeltraining, das morgens um zehn beginnt und bis "High Noon" dauert, wird extrem konzentriert von der kleinen, aber feinen Trainingsgruppe angegangen. Es wird kaum geredet, die laute Rockmusik übertönt ohnehin alles – außer die Anweisungen von Athletiktrainer Hendrik Kolbert.

"Jeder Spieler weiß, wie wichtig das Training jetzt in dieser Phase ist und deshalb wird auch nicht so viel geflachst, wohl auch, weil heute Spaßvogel Kai Herpich fehlt", so Kolbert. Die Wild Wings sind schon in Trainingsphase drei. "Laufrunden im Schwenninger Moos sind da nicht mehr angesagt, die haben wir in der Trainingsphase eins gedreht", erläutert Kolbert. Die Übungseinheiten seien jetzt schon intensiv, fünf bis sechsmal in der Woche wird trainiert. Der Schwerpunkt des Trockentrainings liege dabei auf Schnellkraft und Ausdauer, erklärt der Athletiktrainer. Bänke für Sprünge, Bänder für Dehnübungen und Sprints, alles mögliche an Fitnessgeräten und natürlich der gute alte über Schülergeneration hinweg verhasste Medizinball, kommen zum Einsatz.

Schon nach wenigen Minuten fließt bei den Spielern der Schweiß in Strömen. Die Wild Wings Marc El-Sayed, Jussi Timonen, Benedikt Brückner, Kai Herpich und Mirko Sacher bilden eine Trainingsgruppe. Dazu kommen die Schwenninger Vincent Schlenker und Thomas Suppis sowie Gabriel Federolf, die bei den Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau, Towerstars Ravensburg und Freiburger Wölfe ihre Brötchen verdienen. Sie gehen ab August zu ihren aktuellen Klubs. Stürmer Schlenker freut sich über die schweißtreibenden Trainingsarbeit: "Es ist eine tolle Chance, hier in Schwenningen mit den Wild Wings mitzutrainieren, die nutze ich natürlich sehr gerne".

"Ich hab’ drei Wochen

die Beine baumeln lassen."

Stürmer El-Sayed über Müßiggang
Verteidiger Benedikt Brückner, der nach der DEL-Saison mit der Nationalmannschaft die WM-Vorbereitung mitmachte, setzte insgesamt nur zwei Wochen mit dem Training aus. Angreifer El-Sayed hat "drei Wochen lang die Beine baumeln lassen". Aber jetzt arbeiten alle längst wieder hart. Auch diejenigen, die derzeit nicht am Neckarursprung sind. "Alle Spieler haben detaillierte, bebilderte Trainingspläne von mir bekommen", so Kolbert. Der Fitnesscoach, der bei der Bundeswehr Sportwissenschaft studierte, hat aber auch Verständnis dafür, wenn die Cracks den Plan individuell anpassen. "Zum Beispiel unser Neuzugang Philip McRae. Er hat im amerikanischen St. Louis auch die Möglichkeit, aufs Eis zu gehen." In Schwenningen will Trainer Pat Cortina von Anfang August an mit seinen Cracks wieder auf dem Eis in der Helios-Arena stehen. Am 10. August ist das erste offizielle Eistraining vor den Fans in Schwenningen geplant. Tags darauf steigt mit dem Derby in Freiburg das erste Testspiel. Am 14. September beginnt die neue DEL-Saison.

In David Cerny trainiert derzeit auch ein junger Tscheche, den Nachwuchscheftrainer Wayne Hynes für die DNL-Mannschaft der Wild Wings im Fokus hat, in Schwenningen mit. Selbstverständlich interessieren sich die Wild Wings jetzt auch für die Fußball Weltmeisterschaft. Public Viewing ist fast schon Pflicht. So große Fußballfans wie die Nürnberger Patrick Reimer und Leonhard Pföderl, die gemeinsam mit dem Auto nach Moskau zum Auftaktspiel der DFB-Auswahl gegen Mexiko gefahren waren, sind die Schwenninger Eishockeyspieler dann aber doch wieder nicht.