Eishockey

Die Wild Wings aus Villingen-Schwenningen hoffen auf den Playoff-Coup

dpa

Von dpa

Mi, 07. März 2018 um 08:49 Uhr

Eishockey

Chancenlos ist der Überraschungsklub aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nicht, wenn er in der Best-of-Three-Serie von Mittwoch an auf Vizemeister Grizzlys Wolfsburg trifft.

Die Wild Wings hatten vor der Saison nur die wenigsten Experten auf der Rechnung. Seit der Rückkehr in die deutsche Eliteliga 2013 durch den Rückzug der Hannover Scorpions war der Verein zweimal Letzter, einmal Vor- und einmal Drittletzter. In dieser Saison hat sich der Traditionsklub erstmals seit 22 Jahren wieder für die Playoffs qualifiziert. "Wir freuen uns riesig, dass wir diesen Schritt geschafft haben", sagte Jürgen Rumrich, Sportlicher Leiter der Wild Wings.

Der frühere Nationalspieler und Freiburger hat gemeinsam mit Trainer Pat Cortina den deutschen Weg eingeschlagen. Während Vereine wie Bremerhaven und Iserlohn auf eingedeutschte Profis mit zwei Pässen setzen, haben die Wild Wings 15 Spieler unter Vertrag, die in Deutschland geboren wurden. "Wir haben bewusst Spieler aus der Region geholt, um eine höhere Identifikation zu erreichen", sagte Rumrich.

Die Grizzlys aus Wolfsburg haben am vergangenen Sonntag unangenehme Erfahrungen mit den Wild Wings gemacht. Mit 0:3 verloren die Niedersachsen auf der Baar und verpassten somit die direkte Viertelfinal-Qualifikation. "Das wird sehr schwer", sagte Trainer Pavel Gross, der zur neuen Saison nach Mannheim wechselt. "Nach der Olympia-Pause haben wir uns nicht gut präsentiert. Manchmal bekommst du eben das, was du verdienst."

Auch für die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven ist das Erreichen der Playoffs bereits eine Überraschung. "Für uns ist der Playoff-Einzug gleichzusetzen mit der olympischen Silbermedaille der Nationalmannschaft", sagte Pinguins-Manager Alfred Prey und erklärte die Parallele zur DEB-Auswahl: "Zwei Nobodys haben das Unmögliche möglich gemacht." Sein Verein hat es mit dem kleinsten Liga-Etat, der rund vier Millionen Euro betragen soll, nach dem DEL-Aufstieg 2016 erneut in die K.o.-Runde geschafft.

In der ersten DEL-Spielzeit kam die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch als erster DEL-Aufsteiger bis ins Viertelfinale, schied dann in der Serie gegen den späteren Meister EHC Red Bull München mit 0:4 aus. Mit dem früheren Top-Torjäger Jack Combs wird es am Mittwoch ein Wiedersehen geben. Er wechselte im Sommer nach Iserlohn. "Das wird eine aufregende Serie", kündigte der US-Amerikaner an. "Beide Klubs haben die besten Fans der Liga." Spiel zwei findet am Freitag in Bremerhaven statt. Ein mögliches drittes Match steigt am Sonntag wieder in Iserlohn.

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