Freiburger Wölfe vs. Löwen Frankfurt

Eishockey-Krimi: EHC Freiburg gewinnt auswärts mit 4:2 gegen amtierenden DEL-2-Meister

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

So, 03. Dezember 2017 um 19:37 Uhr

EHC Freiburg

Sensationserfolg gegen den amtierenden DEL-2-Meister: Bei den Löwen Frankfurt setzt sich der EHC Freiburg in einem echten Eishockey-Krimi mit 4:2 durch. Das Spiel war nichts für schwache Nerven.

Was für eine Dramatik: Das Gastspiel des EHC Freiburg beim Zweitliga-Eishockeymeister aus dem Vorjahr, den Löwen Frankfurt, war nichts für schwache Nerven. Das bessere Ende fand der Außenseiter, der seinen zweiten Auswärts-Dreier in der laufenden Saison feiern konnte. Mit 4:2 triumphierte der EHC im Eishockey-Krimi.



In Höchstform: der Block um die Eigengewächse

Es war Familientag im Frankfurter Eisstadion, weshalb die Partie bereits um 16 Uhr begann. Nach fünf Siegen in Serie rechnete man beim Tabellenzweiten im Heimspiel gegen die Wölfe mit Punkten. Aber es kam ganz anders. Dieses Mal hatte EHC-Trainer Leos Sulak Stürmer Radek Duda als überzähligen Kontingentspieler aus dem Kader gestrichen und dafür den wieder genesenen Ben Walker in die Sturmreihe um Mark Mancari und Jakub Babka beordert. Zu Höchstform lief der Block um die Eigengewächse Chris Billich, Niko Linenmaier und Tobias Kunz auf, der bereits im ersten Abschnitt für viel Gefahr sorgte.

Nach anfänglicher Frankfurter Druckphase kamen die Wölfe besser ins Spiel – und gingen prompt durch Kunz in Führung, der den Rebound nach einem Versuch von Linsenmaier verwandelte (6.). Die Wölfe waren die bessere Mannschaft und setzten die überraschend verunsicherten Löwen unter Druck. Einen Angriff wie aus dem Bilderbuch vollendete Linsenmaier per Direktabnahme zum 2:0 (10.). In Überzahl legte Mancari von der blauen Linie gar das 3:0 nach. Verkehrte Welt in der Bankenmetropole: Der EHC hatte den Meister 20 Minuten dominiert.

Die Freiburger setzten Nadelstiche

Die Hessen reagierten und beorderten nach der Pause Hannibal Weizmann für Förderlizenzspieler Florian Proske ins Tor. Eine Personalie, die sich auszahlte. Überhaupt erarbeiteten sich die Löwen im Mittelabschnitt mehr Spielanteile. Gegen die souveräne Wölfe-Abwehr mit einem bärenstarken Miroslav Hanuljak im Tor schien jedoch lange kein Kraut gewachsen. Stattdessen setzten die Freiburger Nadelstiche und hätten mehrfach den vierten Treffer nachlegen können – unter anderem bei einem Alleingang von Kunz. Kurz vor Drittelende fiel dann doch der Anschlusstreffer, als ein Schuss von Timo Schüle zum 1:3 über die Linie rutschte.

Zu oft hatten die Freiburger in dieser Saison auf der Zielgeraden einen möglichen Sieg hergeschenkt – und wenig überraschend warfen die Löwen alles nach vorn. Doch die EHC-Abwehr um den sensationell agierenden Hanuljak vereitelte zahlreiche Möglichkeiten. Nach Ablauf einer Freiburger Überzahl traf Pawel Dronia schließlich doch zum 2:3 aus Frankfurter Sicht. Das große Bangen begann.

Als kurz vor Spielende dann auch noch EHC-Stürmer Jakub Babka auf die Strafbank musste und die Frankfurter den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen, brannte es noch einmal lichterloh vor dem Wölfe-Tor. Doch mit Mann und Maus verteidigten die Wölfe den Sieg. Eine Sekunde vor Schluss traf ausgerechnet Babka zum Endstand ins leere Gehäuse.
Frankfurt – Freiburg 2:4 (0:3, 1:0, 1:1)

Tore: 0:1 Kunz (6.), 0:2 Linsenmaier (10.), 0:3 Mancari (19.), 1:3 Schüle (39.), 2:3 Dronia (51.), 2:4 Babka (60.). Strafen: Frankfurt 8, Freiburg 4. Zuschauer: 4668.