"Erkenntnisse sind wichtiger als Ergebnisse"

dpa

Von dpa

Mo, 13. November 2017

Eishockey

Deutsche Eishockey-Nationalmannschaft beendet den Deutschland-Cup nach einem 5:1 gegen die USA auf dem dritten Rang.

AUGSBURG (dpa/BZ). Nach zwei Niederlagen hat das deutsche Eishockey-Nationalteam beim Olympia-Test einen versöhnlichen Abschluss gefeiert. Der ersatzgeschwächte Gastgeber fertigte am Sonntag beim Deutschland-Cup die überraschend schwache USA mit 5:1 (1:0, 3:1, 1:0) ab und beendete das Vorspielen auf dem Weg zu den Winterspielen 2018 mit dem dritten Platz. Aus der besten Turnier-Leistung in Augsburg und dank eines überzeugenden Torhüters Danny aus den Birken konnten die Deutschen drei Monate vor Olympia Mut schöpfen. Der Erfolg sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bundestrainer Marco Sturm für Südkorea kaum Auswahl hat.

"Man hat gesehen, dass es nicht ausreicht, wenn wir nicht komplett sind", bilanzierte DEB-Präsident Franz Reindl, nachdem er der B-Mannschaft von Rekordweltmeister Russland schon vor dem letzten Auftritt des Gastgebers den Siegerpokal überreicht hatte. Nach dem 2:8-Debakel gegen die Russen und dem 0:3 gegen die Slowakei hatte das Team des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) gegen die mit reichlich NHL-Erfahrung gespickte US-Auswahl unerwartet keine Probleme. Frank Mauer ließ die meisten der 5310 Zuschauer schon früh jubeln (4. Minute). Brent Raedeke (24.) und Brooks Macek (33.) sorgten mit ihren Treffern für die frühe Vorentscheidung, als die Deutschen den Kontrahenten überrumpelten. Thomas Holzmann (34.) erhöhte gar zum 4:0. Das Tor von Broc Little (38.) war lediglich Ergebniskosmetik aus Sicht der Amerikaner. Der aus Villingen-Schwenningen stammende Yannic Seidenberg (58.) traf zum Endstand ins verwaiste Tor.

"Erkenntnisse sind wichtiger als Ergebnisse", sagte Sturm zur Relevanz der letzten Länderspiele vor der Nominierung für Pyeongchang Mitte Januar. Wie viele Profis ihre Reise zu den Spielen vom 9. bis 25. Februar bereits sicher haben, verriet er nicht. "Sicher haben gewisse Spieler ein großes Plus. Aber es gibt genügend Plätze, die noch frei sind. Es kommt auf die Spieler an", behauptete Sturm.

Kaum mehr als ein halbes Dutzend Olympia-Tickets dürften offen sein. Ohne die Teilnahme der NHL-Profis und nach so manchem Rücktritt aus dem Nationalteam scheinen anders als bei den beiden Weltmeisterschaften unter Sturm die Alternativen gering. "Wir haben in Deutschland leider nicht genug Alternativen", sagte Stürmer Marcus Kink.

Elf Profis aus dem Augsburg-Aufgebot standen auch bei der Heim-WM auf dem Eis. Mit Verteidiger Sinan Akdag, der bei der WM dabei war, aber nicht auflief, sind es zwölf. Sie müssen nach den Auftritten im Curt-Frenzel-Stadion wohl nicht mehr um ihren Platz im 25-Mann-Kader für Olympia zittern als vorher. Ebenso wie das normal gesetzte Personal, das aus verschiedenen Gründen fehlte. Damit kämen sieben hinzu, darunter Marcel Goc (Mannheim/ehemals Schwenningen) und Christian Ehrhoff (Köln).

In den Olympia-Gruppenspielen gegen Finnland, Schweden und Norwegen darf sich das Nationalteam keine Schwächen wie in Augsburg erlauben. Anders als bei seinen bisherigen Turnieren kann sich Sturm in Südkorea nicht auf die NHL-Profis verlassen, weil die stärkste Liga der Welt ihren Spielbetrieb nicht unterbricht.