Um alles oder nichts

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Fr, 02. März 2018

Schwenningen Wild Wings

Wild Wings wollen nach 1:4 gegen Mannheim heute in Iserlohn und zu Hause gegen Wolfsburg Sprung in die Pre-Playoffs schaffen.

EISHOCKEY. Die Schwenninger Wild Wings fanden zu keinem Zeitpunkt in das Baden-Württemberg-Derby und unterlagen den mit olympischen Medaillengewinnern angetrenen Adlern Mannheim vor 6215 Fans und damit ausverkauftem Haus mit 1:4 (0:1, 1:3, 0:0). Die Wild Wings bestreiten am Wochenende ihre letzten beiden Punktspiele der DEL-Doppelrunde: Heute, Freitag, 19.30 Uhr, gastieren sie bei den Iserlohn Roosters, am Sonntag, 14 Uhr, erwarten die Schwenninger die Grizzlys Wolfsburg.

Marcel Goc, olympischer Silbermedaillengewinner mit Schwarzwälder Wurzeln, betrat bereits 75 Minuten vor Spielbeginn in Badeschlappen das Eis, um ein Interview zu geben. Er erhielt dabei von den bereits anwesenden Schwenninger Fans warmen Applaus. "Wir sind Profis, jetzt gilt es eben ganz schnell von Olympia auf DEL umzustellen", so Goc. "Ich denke, das sollte kein Problem für uns sein." Die Gäste aus Nordbaden traten mit allen ihren sechs Silbermedaillengewinner an. "Ehre, wem Ehre gebührt, die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei Olympia Herausragendes geleistet", gratulierte Stadionsprecher Domenic Liebing vor dem Auftaktbully.

Stehende Ovationen für Mannheims Olympiastarter

Über den Videowürfel flimmerten Bilder von Olympia, auf den Rängen gab es "Standing-ovations". Schade nur, dass die Mannheimer Olympiafahrer Marcel Goc, Matthias Plachta, David Wolf, Markus Kink, Sinan Akdag und Dennis Endras nicht namentlich genannt wurden.

Auf dem Eis fanden beide Mannschaften im ersten Drittel nach 26 Tagen Pause absolut nicht ihren Rhythmus. Die Partie stand nur auf sehr mäßigem Niveau. Ganz schwach das Überzahlspiel der Wild Wings. Die Adler gingen 18 Sekunden vor Ablauf des ersten Drittels in Front. In der Drittelpause sagte Sascha Goc, der erstmals nach seinem Karriereende wieder in Schwenningen war: "Heute schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits für die Wild Wings als meinem Verein, andererseits eben für meine beiden Brüder, die in Mannheim spielen." In der letzten Minute des Mitteldrittels hieß es 4:1 für die Adler. Den Treffer hatten Wolf und Plachta wunderschön herauskombiniert. Als Vollstrecker agierte Desjardins. Im letzten Drittel verwalteten die Mannheimer das Ergebnis.

Auch nach dem enttäuschenden 1:4 gegen Mannheim haben die Schwenninger Kufencracks ihr Schicksal beim Blick auf die ersehnte Pre-Playoff-Teilnahme weiter in eigener Hand: Der Hauptrivale um Platz zehn, die Düsseldorfer EG, unterlag nach der Olympiapause in Nürnberg mit 1:2 und bleibt mit drei Punkten Rückstand und einem um acht Treffer schlechteren Torverhältnis als die Schwäne, die nach wie vor Platz zehn einnehmen, Elfter. Die direkte Qualifikation für das Viertelfinale ist für die Wild Wings allerdings nicht mehr zu schaffen. Der Rückstand auf die Wolfsburger, die zum Doppelrundenabschluss in der Helios-Arena gastieren, beträgt sechs Punkte. Dazu kommt noch ein um 22 Treffer schlechteres Torverhältnis. Die Grizzlys kassierten am Mittwoch eine überraschende 1:4-Heimpleite gegen Straubing und erwarten am heutigen Freitag den Tabellenzwölften Augsburger Panther.

"Wir hatten gegen Mannheim nach der Olympiapause Mühe, unser Spiel zu finden. Wir werden aber in Iserlohn die passende Antwort geben, wir kommen in die Pre-Playoffs", gibt sich Wild-Wings-Sportmanager Jürgen Rumrich weiter optimistisch. Personell brachte das Eistraining am Donnerstag in der Helios-Arena vor Abfahrt nach Iserlohn aber Negatives. Die Stürmer Damien Fleury und Istvan Bartalis mussten schon nach wenigen Minuten verletzt abbrechen. Vor allem der Ausfall von Torjäger Fleury, der anschließend immerhin auf dem Rad trainieren konnte, wäre ein herber Verlust für die Schwenninger. Zumal die Angreifer Marc El-Sayed und Tobias Wörle zwar mittrainierten, laut Trainer Pat Cortina aber eigentlich nicht einsatzfähig sind. So gibt es bei den Wild Wings etliche Fragezeichen. Die Roosters siegten daheim gegen Köln mit 3:1 und belegen mit 74 Zählern, und einem um einen Treffer schlechteren Torverhältnis als Schwenningen, Rang acht.