HSG Freiburg prüft zum Saisonfinale den Ligaprimus

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Fr, 20. April 2018

Handball 3. Liga

Drittliga-Handballerinnen haben TSV Haunstetten zu Gast.

HANDBALL Es hätte noch richtig prickelnd werden können. Für beide Mannschaften. Doch nach ihren beiden jüngsten Niederlagen geht es für die Handballerinnen der HSG Freiburg beim Saisonfinale am Sonntag (17 Uhr) nicht mehr um die Meisterschaft in der Dritten Liga Süd. Hingegen benötigt ihr Gegner, Tabellenführer TSV Haunstetten, unbedingt einen Sieg in der Gerhard-Graf-Halle, um seine Titelträume zu verwirklichen und an der Aufstiegsrelegation zu Liga zwei teilzunehmen. Denn Bietigheim II und Metzingen II haben nur einen Punkt Rückstand.

Eine für beide Seiten anspruchsvolle Aufgabe. "Auf dem Spielfeld wird sich nie etwas geschenkt", sagt HSG-Übungsleiter Ralf Wiggenhauser, der sich als "totaler Haunstetten-Fan" um dessen langjährigen Trainer Herbert Vornehm outet, "da beide Vereine eine ähnliche Philosophie mit vielen jungen Spielerinnen verbindet". Doch: "Außerhalb verstehen wir uns prima." Die Augsburgerinnen, schon vor der Runde als Zweitliga-Absteiger Wiggenhausers erster Titelkandidat, spielen mit mehreren Abwehrsystemen, aggressiv und offensiv bis hin zur 1:5-Formation. Zudem verfügen sie über bundesligaerfahrene Spielerinnen wie Kapitänin Sabrina Duschner, Patricia Horner oder Jugendnationalspielerin Sarah Irmler.

Allerdings wollen die Freiburgerinnen ihren Zuschauern zum Saisonausklang noch einmal eine ansprechende Partie bieten und sich möglichst mit einem Sieg in die Sommerpause verabschieden. "Unter Druck und gegen starke Gegner haben wir uns fast immer gesteigert und die besten Spiele abgeliefert", zeigt sich Wiggenhauser zuversichtlich. Ihr Debüt geben soll dabei Kathrin Schilling aus der zweiten Mannschaft, die auch die gesamte nächste Vorbereitung der Ersten mitmachen soll. Und falls sie in Freiburg einen Masterstudienplatz erhält, soll sie künftig fest zum Drittligakader zählen. Überdies wird Lena Fischer nach einjähriger Pause aufgrund ihrer Kreuzbandriss-Operation wieder ins Tor zurückkehren.

Verabschiedet und nur auf der Tribüne sitzen wird hingegen Anna Franziska Gempp. Der Medizinstudentin aus Weil am Rhein, Jahrgang 1998 und bereits als 15-Jährige zur HSG gestoßen, wird die Pendelei zwischen Weil, Freiburg, Studienort Frankfurt und Wohnung Karlsruhe (mit Freund und Fußballprofi Jonas Föhrenbach) zu viel. "Das ist zwar sehr schade, aber total verständlich", sagt Silke Frei, Sportliche Leiterin der HSG. Indes ist die Schwester des Würzburger Zweitligaakteurs Patrick Gempp (Rimpar Wölfe) neben Lisa-Marie Oevermann, die studienbedingt Freiburg nach nur einem Jahr verlässt, der einzige Abgang. "Alle anderen Spielerinnen haben für die nächste Saison zugesagt", versichert Frei erfreut.

Für Wiggenhauser, der mit Co-Trainer Ralf Sausmann ("Er ist für mich unschätzbar wertvoll") in seine bereits 14. HSG-Saison gehen wird, ist dies fast schon ungewohnt. Immerhin gab es vor der Runde erneut einen großen Personalumbruch mit jeweils mehr als einem halben Dutzend Ab- und Zugängen. Außerdem will der 36-jährige Pädagoge nicht nur "jede Spielerin individuell verbessern", sondern auch mannschaftlich "mittelfristig etwas aufbauen" und "neue Entwicklungen anstoßen".