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29. Mai 2012

Die Besten in Europa

Handballer des THW Kiel gewinnen die Champions League / 26:21-Finalsieg gegen Atletico Madrid.

  1. Die Kieler Mannschaft um Torhüter Thierry Omeyer (Mitte, rotes Trikot) freut sich samt Funktionären und Maskottchen Hein Daddel über den Sieg in der Handball-Champions-League. Foto: dpa

KÖLN (sid/BZ). In der Stunde des Triumphes gab sich der ansonsten beinharte Alfred Gislason butterweich: Der Erfolgstrainer des THW Kiel gestattete seiner Übermannschaft nach dem 26:21 (13:10)-Erfolg im Finale der Champions League gegen BM Atletico Madrid zwei freie Tage.

Europas Handball-Könige aus Kiel, die bereits 2007 und 2010 Champions-League-Sieger waren und dazu noch drei weitere Male im Finale standen, sie nahmen die Vorlage des Isländers dankend an und verabschiedeten sich nach dem Titel-Triple zur großen Sause nach Mallorca. "Wir haben eine Saison gespielt wie nie zuvor. In den kommenden Tagen werden wir einiges trinken", sagte Rückraumspieler Kim Andersson.

Der schwedische Nationalspieler war im hart umkämpften Finale des Final-Four-Turniers mit sieben Toren der Kieler Matchwinner neben dem überragenden Torhüter Thierry Omeyer (20 Paraden). "Ich mag solche Spiele. Es ist unglaublich, solche Spiele spielen zu dürfen", sagte der französische Olympiasieger Omeyer, der die Gegner mit seinen Reflexen zur Verzweiflung trieb.

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Die Tage auf der Ferieninsel werden die Fortsetzung einer schwarz-weißen Siegesparty, die unmittelbar nach Spielende begann. Im goldenen Konfettiregen nahm Kapitän Marcus Ahlm den begehrten Pokal entgegen, die Arena in Köln glich einem Tollhaus. Nach Sektdusche und Siegeshumba drehten die THW-Spieler eine Ehrenrunde nach der anderen, während Gislason das Treiben ein wenig abseits mit einem seligen Lächeln im Gesicht verfolgte. Mit einer Flasche Rotwein wolle er den Titelgewinn genießen, so Gislason. Seine Spieler waren da weniger zurückhaltend und begannen ihren Feiermarathon in einem Kölner Brauhaus.

"Dass wir das Triple geschafft haben, ist etwas Außergewöhnliches. Das ist eine Saison, die man kaum wiederholen kann", sagte Gislason, der allerdings ankündigte, nach den zwei freien Tagen "wieder Druck auf meine Mannschaft" aufzubauen. Denn der schier unbezwingbare THW hat noch zwei Aufgaben vor der Brust, ehe ein besonderer Rekord, vielleicht einer für die Ewigkeit, steht: Sollten die Bundesligaspiele am Donnerstag in Hildesheim und zwei Tage später gegen Gummersbach gewonnen werden, hätte der deutsche Rekordmeister die perfekte Saison mit 68:0 Punkten abgeschlossen. "Jetzt wollen wir die Null halten", sagte Kim Andersson, der den THW im Sommer Richtung AG Kopenhagen verlassen wird. Der dänische Meister hatte das Final-Four-Turnier nach einem 26:21 gegen die Füchse Berlin auf Platz drei beendet.

Im Halbfinale hatte sich Kiel gegen die Füchse Berlin mit 25:24 (15:12) durchgesetzt. Atletico Madrid hatte Kopenhagen 25:23 (12:15) geschlagen.

Autor: dpa