Eine Frage der Nerven

Werner Hornig

Von Werner Hornig

Mo, 23. April 2018

Landesliga Süd

Die HSG Dreiland verpasst es, sich aus dem Abstiegskampf der Handball-Landesliga zu verabschieden / 19:23 bei der SG Gutach.

HANDBALL Landesliga: SG Gutach/Wolfach – HSG Dreiland 23:19 (10:11). Die Lage für die HSG Dreiland in der Handball-Landesliga hat sich drei Spieltage vor Saisonende zugespitzt. Jetzt ist es nur noch ein Punkt auf Abstiegsrelegationsplatz elf. 19:23 (11:10) unterlag das Team von Trainer Igor Bojic bei der SG Gutach/Wolfach, es war die dritte Niederlage in Folge. Erfreulich für Bojic und Co.: Die HSG hat es immer noch in der eigenen Hand, die Klasse zu halten.

Nur mit zehn Spielern, darunter zwei Torhüter, machte man sich auf den Weg nach Gutach. Sicherlich ein Handicap, zumal mit Julian Ruland, Kevin Welte und Marc Bödeker einige Spieler mit viel Erfahrung auf der Fehlliste vermerkt waren. Trotzdem stand eine HSG-Mannschaft auf dem Feld, die lange Zeit das Geschehen bestimmte und bis zur 40. Spielminute beim Tabellenvierten, der sich noch Hoffnungen auf Platz zwei machen kann, sogar in Führung lag (15:14). Dann allerdings machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar.

"Es stand für uns eine junge Mannschaft auf dem Parkett", gab Trainer Igor Bojic zu Protokoll. "Da hat am Ende auch etwas die Routine gefehlt", resümierte er. Die Offensivaktionen hätten "in der heißen Phase der Partie nicht mehr kontrolliert durchgeführt werden" können, sah Bojic die Gründe einer durchaus vermeidbaren Niederlage in der fehlenden Präzision zum Ende des Spiels vor dem gegnerischen Sechs-Meter-Raum. Und fürwahr: Jonas Besemanns Treffer zur 15:14-Führung (39.) der Dreiländer folgten bis zum Spielende in 21 Minuten nur noch vier Tore der Gäste.

In der ersten Halbzeit waren die Gäste hellwach, lagen bis auf eine Ausnahme (4:4/8.) permanent in Führung. Nach 24 Minuten hatte sich die HSG einen Drei-Tore-Vorsprung verschafft (11:8), allerdings ließ sich Gutach nie abschütteln, im Gegenteil ließ sich der Favorit nicht ausder Ruhe bringen und vertraute scheinbar auf den weiteren Spielverlauf. Schon bis zur Halbzeit waren die Hausherren zurück, verkürzten den Rückstand auf einen Treffer (10:11). Und die Vermutung, dass der HSG irgendwann die Kräfte ausgehen würden, bestätigte sich in der Folge.

Gutach/Wolfach drehte zunächst das Spiel mit der erstmaligen Führung (12:11), ehe die Gäste wieder zurückschlugen (14:15). Dann leistete sich die HSG eine erste längere Schwächephase in der Offensive – fünf Minuten später führten die Hausherren mit 18:15.

Dieses Auf und Ab zieht sich durch die komplette Saison der HSG. Die Konstanz in 60 Spielminuten fehlt ganz offensichtlich. "Ich habe auch nach der Pause eine Handvoll sehr guter Chancen für uns notiert", sagte Bojic, doch an einem Punkt schnupperten die Gäste nicht mehr. Zwei Minuten vor dem Abpfiff war man nochmals in Schlagdistanz (19:21). Aber die Wende wollte nicht mehr gelingen.

Immerhin: In den verbleibenden Spielen zuhause gegen den TV Pfullendorf und bei einem möglichen Endspiel um Platz elf bei HU Freiburg hat es die HSG in der eigenen Hand, die Klasse zu halten. Doch die Chancen, sich noch frühzeitig abzusetzen, wurden vergeben. Nun könnte es eine Frage der Nerven werden.

Tore HSG: Besemann 6/2, Ludwig 6/2, Hopp 3, Müller 2, Palasz 1, Niklas Weber 1. Spielfilm: 2:4 (6.), 4:4 (8.) 4:7 (12.), 7:8 (17.), 7:10 (20.), 8:11 (23.), 10:11 – 12:11 (33.), 14:15 (39.), 18:15 (45.), 21:17 (53.), 21:19 (57.), 23:19.