Fatale Ballverluste in der Schlussphase

Sandra Hennig

Von Sandra Hennig

Di, 11. Oktober 2016

Südbadenliga

HANDBALLSPIEL DER WOCHE: Die Frauen des Südbadenliga-Aufsteigers Sportfreunde Eintracht Freiburg schlagen sich selbst.

HANDBALL. Südbadenliga Frauen: SF Eintracht Freiburg – SG Hornberg-Lauterbach 23:24 (13:12). Sie haben sich am Samstagabend selbst um ihre ersten Punkte in der Südbadenliga gebracht: Für die Handballerinnen des Aufsteigers SF Eintracht Freiburg war der Sieg bereits in greifbarer Nähe – doch dann machten technische Fehler in den letzten Minuten den Erfolg zunichte.

Gegen einen etablierten Südbadenligaverein wie die SG Hornberg-Lauterbach sahen sich die Freiburgerinnen vor der Partie klar in der Außenseiterrolle. Und in dieser schienen sie sich in der Wentzingerhalle vor gut 100 Zuschauern wohlzufühlen. Denn der Start gelang der Mannschaft von Trainer Jürgen Edelmann: Stabil in der Abwehr und überlegt im Angriff lagen die SFE-Spielerinnen schnell vorne. Ein Spielzug hat dabei gleich öfters gesessen: Stefanie Hanssens direkte Freiwürfe waren für die Hornberger Torhüterin Caroline King kaum zu halten. Sichtlich unzufrieden mit der Abwehrleistung seines Teams war zunächst Gästetrainer Werner Heidig, der seine Schützlinge nach 20 Minuten mit vier Treffern in Rückstand sah. Durch überhastete Abschlüsse begann der Freiburger Vorsprung jedoch bereits kurz vor der Halbzeitpause zu schwinden.

Schlafmütziges Rückzugsverhalten

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Langsam, aber kontinuierlich schlichen sich kleine Fehler ins Freiburger Spiel ein. Und langsam ist dabei das beste Stichwort: Denn deutlich zu langsam war vor allem das Umschaltspiel der Gastgeberinnen. Nach eigenen Treffern lud die Eintracht Hornberg immer wieder zu schnellen Antworten ein – aus einem simplen Grund: Der Rückzug in die eigene Hälfte war zu schlafmützig. Dass Anne Weber gegen Mitte der zweiten Halbzeit in Manndeckung genommen wurde und die Abwehr der Gäste insgesamt aggressiver agierte, stellte die Gastgeberinnen vor eine weitere Herausforderung. Das sei jedoch keine Überraschung gewesen, wie Edelmann berichtet: "Wir dachten uns in der Halbzeit schon, dass Hornberg Anne kurznehmen würde", so der Coach, "ich glaube nicht, dass das der ausschlaggebende Faktor für die Schlussphase war."

Vielmehr waren es die technischen Fehler, die sich in den Schlussminuten häuften. Einfache Ballverluste durch nicht gefangene oder aussichtslose Pässe gaben den Schwarzwälderinnen die Möglichkeit, kurz vor Spielende davonzuziehen: In der 57. Minute gingen die Gäste, angetrieben von ihrer besten Torschützin Verena Hinz, in Führung und bauten sie in zwei Minuten auf drei Tore aus. Zwar sorgte Anne Weber mit dem Schlusspfiff für das 23:24, mehr war aber nicht mehr drin. Zufriedene Gesichter sah man nach dem Spiel nur wenige: Während Gästecoach Heidig vor allem mit der ersten Halbzeit haderte, gab es für Jürgen Edelmann nur eine Bilanz: "Wir sind selbst schuld", sagte er, "wir hatten das Spiel bis zum Schluss im Griff und hätten den Sack schon vor der Pause, als wir mit vier Toren vorne lagen, zumachen können."

Tore SFE: Hanssen 8/5, Weber 8, Ibehej 2, Schraivogel 2, Waniek 2, Rotzinger 1.