Mit dem Routinier kommt die Wende

Lars Blümle

Von Lars Blümle

Mo, 12. März 2018

Landesliga Nord

Nico Vollmers Einwechslung bringt die Meißenheimer am Freitag im Ried-Derby auf den Weg zum verdienten Sieg in Ottenheim.

HANDBALL Landesliga Nord: TuS Ottenheim – HTV Meißenheim 32:35 (16:17) (lab). Im von vielen Emotionen bestimmten und hoch spannenden Riedderby setzten sich die Meißenheimer am Ende verdient durch. Damit haben sie sich für die Hinrundenniederlage revanchiert.

"Wir wussten, wie ein Derby-Sieg in fremder Halle ist, jetzt wissen wir auch, wie sich eine Derby-Niederlage in eigener Halle anfühlt", fasste TuS-Trainer Daniel Hasemann die Ottenheimer Stimmungslage nach dem Spiel zusammen. Vor toller Kulisse in der voll besetzten Rheinauenhalle boten beide Teams den Fans eine ansehnliche Landesliga-Partie.

In der ersten Halbzeit leisteten sich die Kontrahenten wenige Fehler im Angriff. Beide Defensivreihen konnten jedoch nicht überzeugen und auch die Torhüter hatten in Durchgang eines nur wenig Zugriff auf die Würfe der Gegner. Beim TuS zeichnete sich David Heim, der acht seiner zehn Treffer im ersten Abschnitt erzielte, mit schönen Toren aus. Mit dem knappen Halbzeitstand war klar, dass die Entscheidung erst im zweiten Spielabschnitt fallen würde.

Aus dem 16:18 machte der TuS die 21:18-Führung

Der HTV kam trotz der Führung völlig indisponiert aus der Kabine. Zehn Minuten lang sollte den Gästen kaum etwas gelingen. Sie scheiterten in dieser Phase gleich sechs Mal an Ottenheims Torhüter Sascha Rauer. Der TuS machte aus einem 16:18-Rückstand eine 21:18-Führung, HTV-Trainer Frank Erhard zog seine Auszeit. "Manchmal funktioniert es, heute hat die Auszeit gefruchtet", sagte der Meißenheimer Coach nach Spielende. Denn mit der kurzen Unterbrechung stoppte er Ottenheims Lauf. Dazu schickte er Nico Vollmer aufs Spielfeld und wechselte mit ihm die Wende ein. Vollmer war für Florian Engel in den Kader genommen worden, der kurzfristig krankheitsbedingt absagen musste.

"Wir wollten es mit routinierten Spielern versuchen", erläuterte Erhard seinen Schachzug und sollte damit Erfolg haben. Ottenheim gelang es weder Nico Vollmers Torwürfe, noch seine cleveren Anspiele zu unterbinden. So setzte er immer wieder seine Mitspieler in Szene und hebelte damit die TuS-Abwehr aus.

Im Angriff häuften sich zudem die Fehler der Hasemann-Sieben, die jetzt auch mehrfach am eingewechselten Gästetorhüter Steffen Bader scheiterte. In der 44. Minute egalisierte Vollmer mit dem 22:22 den Spielstand. Die Vorentscheidung entwickelte sich nach dem 26:24 (46.). Ottenheim handelte sich in dieser Phase zwei Zeitstrafen ein. Meißenheim nutzte seine Überzahlsituationen und zog auf 26:30 (52.) weg. Kurz vor Spielende brachte der HTV den TuS mit zwei Fehlwürfen noch einmal ins Spiel, doch Nico Vollmer, der Spieler des Tages, sicherte 43 Sekunden vor dem Abpfiff mit dem 32:35 den Derby-Sieg. "Gefühlt war Meißenheim in der Schlussphase frischer und hat verdient gewonnen", sagte Ottenheims Coach Hasemann.

Der HTV bleibt auch im neunten Spiel in Folge ungeschlagen und verdrängt den TuS vom dritten Tabellenplatz. Für Meißenheims Trainer Frank Erhard, der nach der Partie kaum noch bei Stimme war, waren jedoch nicht die Einzelleistungen ausschlaggebend: " Für mich haben wir uns den Sieg durch eine starke Mannschaftsleistung mit viel Emotionen verdient".

TuS Ottenheim: Bertsch; Rauer; Schnak 1, Métier 6, Weide 4, Jund, Thielecke 1, Hügel, Heim 10, Oberle, Alvarez, Schneckenburger 5/3, Ehret 3, Frenk 2. HTV Meißenheim: Wilhelm, Bader; J. Schröder, Link 5, Bertsch 6, Funke 6, Fortin 10/6, S. Schröder, Nickert 2, Vollmer 3, Mattes, Lederle, Jochheim 1, Hügli 2. Spiel-Film: 5:5 (11.), 11:11 (24.), 11:14 (26.), 14:17 (29.), 16:17 – 16:18, 21:18 (39.), 22:22 (44.), 26:24 (46.), 26:30 (52.), 32:34, 32:35.