Adelhausen scheitert gleich zweimal

Michael Buchholz und Georg Gulde

Von Michael Buchholz & Georg Gulde

Mo, 14. Januar 2019

Ringen

11:17-Niederlage im Playoff-Halbfinale der Ringer in Burghausen / Beschwerde gegen Wertung des Hinkampfs wird abgewiesen.

BURGHAUSEN/FREIBURG. Riesenenttäuschung beim TuS Adelhausen: Die Erstliga-Ringer-Mannschaft verpasste am Samstagabend den erstmaligen Einzug in die beiden Finalkämpfe durch eine 11:17-Niederlage bei Titelträger Wacker Burghausen. Zudem sorgte das TuS-Team beim Einlass durch Vermummung für Aufregung. Und am Sonntag wurde dann noch bekannt, dass die Beschwerde von Adelhausen gegen die Wertung des ersten Halbfinals (13:13) abgewiesen wurde.

Damit schied der TuS wie im Vorjahr (damals gegen Köllerbach) im Halbfinale aus. Somit bleibt es dabei: Noch nie hat ein südbadisches Ringer-Team die Finalkämpfe erreicht – seit Einführung der Bundesliga 1964/65. In den Endkampfduellen an den kommenden zwei Samstagen trifft Burghausen nun auf Heilbronn.

Nach dem hitzigen Hinkampf, bei dem Burghausen zu spät zum Wiegen in Adelhausen eingetroffen war und dies mit den chaotischen Straßenverhältnissen samt Schnee und Eis begründet hatte, hatten die Adelhauser gegen die Wertung Protest eingelegt. Dieser wurde vom Rechtsausschuss des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) am Freitag abgelehnt, davon in Kenntnis gesetzt wurde der TuS Adelhausen aber erst am Sonntagmittag. Trainer Florian Philipp hatte bereits am Samstagabend im Gespräch mit der BZ angedeutet, dass der TuS alle Rechtsmittel ausschöpfen wolle. Abteilungsleiter Maik Kohler sagte dann am Sonntag auf die Frage, ob der Klub tatsächlich weitere Rechtsmittel einlegen werde: "Ich gehe davon aus."

Hitzig war es vor dem Rückkampf in der mit knapp 1200 Zuschauern (davon fast 100 TuS-Fans) ausverkauften Sportparkhalle in Burghausen zugegangen. Adelhausens Mannschaft griff beim Aufstellungspoker zu einer taktischen Methode. Weil man dem Gegner gar nicht erst zeigen wollte, welche Ringer mit dabei waren, wollte der TuS-Tross dick vermummt in die Halle. Ihre Gesichter bedeckte die TuS-Mannschaft durch Schals, Jacken und andere Kleidungsstücke. Trainer Florian Philipp widersprach indes der Behauptung, das Team habe Sturmhauben getragen. Laut Philipp hätten die Athleten auch die Karten vorgezeigt. Dennoch habe der Ordnungsdienst darauf bestanden, dass die Mannschaft unvermummt die Halle betrete. Dieser Aufforderung sei man nachgekommen.

Beim Aufstellungspoker hatten beide Seiten tief in die Trickkiste gegriffen. Die Verantwortlichen schöpften jeweils das Maximum von 28 Aufstellungspunkten aus. Und Burghausen pokerte besser. So schlug im ersten Kampf Fabian Schmitt Ibrahim Fallacara nach Punkten. Und Witalis Lazovski gab gegen Gäste-Starringer Ivo Angelov nur einen Teampunkt ab. Nach fünf von zehn Mattenduellen führte der Meister 8:5. Und er schickte in der zweiten Kampfhälfte noch drei ausländische Freistil-Weltklasseringer auf die Matte. So lagen nach dem achten von zehn Kämpfen die Bayern uneinholbar 16:7 vorn.