AUFSTEIGER: Sieg nach Satzverlust gibt eine Kiste Sekt

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Fr, 29. Juni 2018

Volleyball

Talentiert, motiviert, erfolgreich: Die Volleyballerinnen des TV Todtnau sind zurück in der Landesliga / Kapitänin Behringer blickt zurück.

In einer Serie porträtieren wir die Aufsteiger im Amateursport. Heute: der TV Todtnau – Aufsteiger in die Volleyball-Landesliga. Nach schwerer Vorbereitung, in der drei Monate ohne Coach Patrick Rhein trainiert werden musste, hat sich der TVT auch von Rückschlägen nicht zurückwerfen lassen. Selbst der Ausfall von Stammzuspielerin Carola Sättele (Schwangerschaft) konnte den Siegeszug nicht stoppen. Spielerin Vera Janus mimte den Coach, Verletzungen kompensierte das Team famos. Kapitänin Patricia Behringer blickt auf die Spielzeit zurück.

Welcher Satz fasst die Saison am besten zusammen?

Wir haben es mit unserem Siegeswillen und Kampfgeist am Ende doch noch geschafft. Auch wenn’s knapp war.
Mannschaftliche Geschlossenheit vorausgesetzt – was war darüber hinaus ein wichtiger Erfolgsfaktor?
Wir haben uns nach Rückschlägen immer wieder zusammengerissen und aufgerafft. Da sind wir toll zurückgekommen.
Beste Anekdote der Saison?
Wir haben eine ganz spezielle Motivationshilfe: Irgendwann haben wir ausgemacht, dass, wenn wir nach einem verlorenen Satz das Spiel gewinnen, es eine Kiste Sekt gibt.
Welchen Moment dieser Spielzeit werden Sie in besonderer Erinnerung behalten?
Den letzten Spieltag. Da wussten wir nicht, ob wir es geschafft haben, weil wir mit Hartheim punktgleich waren. Auf dem Geburtstag unserer Zuspielerin Nadine Bjordjevic haben wir dann immer wieder die Tabelle auf den Handys aktualisiert, bis wir wussten, dass wir durch das Satzverhältnis Meister waren. Da war die Feier doppelt gut.
Welcher Saisonerfolg war der vielleicht wichtigste?
Der Spieltag gegen Minseln und Gündlingen. Nach den beiden Siegen war klar, dass wir wieder die Chance auf die Meisterschaft haben. Davor hatten wir es quasi schon abgehakt, anschließend konnten wir es wieder aus eigener Kraft schaffen.
Wer war die Spielerin des Jahres – nicht nur sportlich?
Dorothee Thoma. Trotz Rückenverletzung hat sie immer durchgespielt. Und am Ende sogar Aktionen gezeigt, die man von ihr gar nicht kannte. Alle waren baff. Das hat das ganze Team gepusht.
Welche Spielerin musste die meisten Kisten zahlen?
Angelina Eckert. Sie hat einmal den Treffpunkt komplett verpennt und wir mussten sie zu Hause abholen. Als junge Spielerin hat das natürlich besonders viel Ärger gegeben.
Wo steht der Verein in einem Jahr?
Hoffentlich an der Spitze der Landesliga, vielleicht nicht direkter Aufstieg, aber doch Top-4. Das ist zumindest mein Ziel.
Wo muss sich der Verein besser aufstellen?
Wir brauchen eine bessere Trainingsdisziplin. Oft kommt irgendwas dazwischen. Wahrscheinlich ist das überall so, aber wir brauchen mehr Biss. Nächstes Jahr müssen wir mehr trainieren.
Vera Janus ist eine super Meistertrainerin, aber . . . sie hat uns beim Spielen gefehlt. Gut, wenn Patrick Rhein wieder da ist.

Patricia Behringer (25) ist Todtnauerin durch und durch. Die ehemalige Biathletin wechselte zwar erst mit 17 ans Netz, seitdem aber hält sie dem Verein die Treue. Und eifert Mutter Michaela nach, die einst ebenfalls für den TVT gegnerische Angriffe entschärfte. Seit zwei Jahren führt die Mittelblockerin das Team als Mannschaftsführerin. Und: Auch in der Landesliga können die Hochschwarzwälderinnen auf die technische Systemplanerin setzen.