"Es läuft rund"

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Von hbl

Mi, 29. August 2018

Kegeln

BZ-INTERVIEW: Der deutsche Meister der Kegler, Daniel Aubelj, bei seiner Rückkehr nach Waldkirch.

KEGELN. Eine echte Größe des Kegelsports warf am Wochenende in seiner alten Heimat in die Vollen. Der amtierende deutsche Einzelmeister der Deutschen Classic-Kegler Union (DCU), Daniel Aubelj, trat anlässlich des 25-jährigen Jubiläums seines Stammvereins KSG Jugoslavia/Fortuna Waldkirch mit seinem aktuellen Klub VKC Eppelheim zu einem Einlagespiel gegen den Zweitligisten SKC Unterharmersbach an. Nach der 2:6-Niederlage (3593:3657 Holz) des Deutschen Mannschaftsmeisters Eppelheim sprach Hubert Bleyer mit Aubelj über seine Karriere und den kurzen Draht nach Waldkirch.

BZ: Wie kamen Sie zum Kegeln?
Aubelj: Über meinen Vater und meinen Onkel, beide Kegler, begann ich schon im Kindesalter. Als Zehnjähriger habe ich 2001 bei der KSG Jugoslavia/ Fortuna erstmals am Spielbetrieb teilgenommen. Nach Auftritten bei Landesmeisterschaften und deutschen Jugendmeisterschaften wurde ich zum Stützpunkttraining nach Freiburg eingeladen. Damit war der Grundstein gelegt.

BZ: War Ihre Karriere absehbar?
Aubelj: Das hat sich so ergeben. In Waldkirch hatte ich in meinem Onkel Waldemar Klausmann einen sehr guten Trainer. Dadurch konnte ich mich stets weiterentwickeln. Der erste große Höhepunkt war 2009: Als 17-Jähriger wurde ich mit dem deutschen U-18-Team Mannschaftsweltmeister und gewann im Tandem mit Marlo Bühler Bronze. Das gab mir unheimlich Auftrieb. Marlo stellte Kontakte zu Eppelheim her, 2010 war es soweit: Ich suchte beim VKC eine neue Herausforderung.

BZ: Haben sich in Eppelheim Ihre sportlichen Erwartungen erfüllt?
Aubelj: Besser und schneller als gedacht. Zuerst spielte ich mit der zweiten Mannschaft in der dritten Bundesliga. Doch schon nach wenigen Spielen wurde ich in die Erste berufen und bin dort geblieben. Noch heute bin ich Stammspieler beim VKC, mit dem ich in den letzten vier Jahren dreimal deutscher Mannschaftsmeister geworden bin. Wir haben mit Trainer Matthias Ebert, Betreuer Theo Holzmann und einer 2000 Zuschauer fassenden Sportkeglerhalle beste Bedingungen. Sowohl sportlich als auch privat verstehen wir Spieler uns bestens. Es läuft rund.

BZ: Bestehen noch Verbindungen zu Ihrem Heimatclub Jugoslavia/Fortuna?
Aubelj: Klar. Ich komme immer wieder gerne nach Waldkirch, wo immer noch meine Eltern, Verwandten und mein Onkel wohnen. Deswegen hat es mich auch riesig gefreut, als wir zum Jubiläumsspiel eingeladen wurden. Gegen Unterharmersbach haben wir nach dem für uns ungewohnten System des Deutschen Keglerbunds Classic (DKBC) gespielt, das erklärt die Niederlage ein wenig. Aber es war schön, ehemalige Spielerkollegen wieder zu treffen.

BZ: Wie sehen Ihre nächsten Ziele aus?
Aubelj: Das ist schwierig zu beantworten, denn ich habe fast alles schon erreicht. Internationale Einsätze sind nicht möglich, da diese ausschließlich vom anderen Verband DKBC abgedeckt werden. Wir gehöhren mit Eppelheim aber dem DCU an. Ich will weiterhin Stammspieler bleiben. Die letzte Saison habe ich den besten Schnitt gespielt, das ist eine weitere Herausforderung für mich. Außerdem wollen wir unsere makellose Bilanz von 40 siegreichen Spielen ohne Niederlage aus der vergangenen Saison fortsetzen. An vorderster Stelle steht aber, meine beiden deutschen Meistertitel möglichst zu verteidigen.

Zur Person: Der 27-jährige Daniel Aubelj wohnt in Heidelberg und ist von Beruf Steuerfachangestellter. Zu seinen größten sportlichen Erfolgen zählen der Gewinn der U18-Mannschaftsweltmeisterschaft im deutschen Team mit Weltrekord (2473 Holz), die deutsche Meisterschaft in der Altersklasse U23 im Jahr 2015 sowie die deutsche Einzel- und Mannschaftsmeisterschaft 2018.