Gezielte Vorbereitung zahlt sich aus

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Von hbl

Do, 19. Juli 2018

Fechten

Degenfechter Hugo Lotter vom SV Waldkirch wird Dritter bei der deutschen Juniorenmeisterschaft.

FECHTEN (hbl). Hugo Lotter hat sich einen kleinen Traum erfüllt. Der Degenfechter des SV Waldkirch wurde in Leverkusen Dritter der deutschen Junioren-Meisterschaft. Nach einer gezielten Vorbereitung mit Vereinstrainer Andy Langenbacher focht Lotter ein Klasseturnier und scheiterte nur knapp im Halbfinale. Die Bronzemedaille ist jedoch der bisher größte Erfolg in seiner jungen Karriere – ein "Top-Ergebnis", wie der südbadische Landestrainer Jörg Ruppenthal im Verbandsstützpunkt Waldkirch das Abschneiden von Lotter bewertete.

Einen Platz unter den letzten Acht hatte Ruppenthal seinem Nachwuchsfechter schon zugetraut. Doch der 19-jährige Lotter wollte mehr. Das letzte halbe Jahr sei richtig gut gelaufen, sodass er mit Trainer Andy Langenbacher einen speziellen Trainingsplan erstellte, um sich ein ehrgeiziges Ziel zu erfüllen: eine Medaille. Auf dem Plan standen die Stärkung der Geschwindigkeit, Reaktion, Fitness, Koordination und vermehrt Lektionen, viel mehr als sonst. So fuhr sein Vereinscoach auch öfter nach Freiburg, um seinem seit 2012 für den SV Waldkirch fechtenden Schützling weitere Lektionen zu geben.

Dazu musste alles passen. Und es passte. Der Freiburger Abiturient fand trotz heißer Temperaturen in der Leverkusener Fechthalle gut ins Turnier. Eng wurde es im Achtelfinale, als sich Lotter knapp mit 15:14 Treffern gegen Rudger Seidel (Heidenheim) durchsetzte. Im Viertelfinale hatte der SVW-Fechter alles im Griff: Er besiegte Lukas Kleiner (Tauberbischofsheim) am Ende klar mit 15:11 und stand unter den letzten Vier.

Damit war Lotter eine Medaille sicher. Im Halbfinale gegen Dean Müller von Bayer Leverkusen ging der Südbadener mit 4:1 Treffern in Führung, die er bis zum 11:9 behaupten konnte. Doch dann setzte sich der Lokalmatador Stück für Stück durch und gewann mit 15:12.

Der 19-jährige Herausforderer zeigte sich zunächst enttäuscht, es wäre mehr drin gewesen. Selbstkritisch merkte Lotter an, dass er seine taktische Linie hätte durchziehen müssen. Er hätte seinen Gegner weiter kommen lassen müssen. Doch körperlich hatte das Turnier dem Freiburger viel abverlangt, sodass ihm am Ende wohl auch ein paar Körner fehlten.

Nach den zwei Medaillen bei der deutschen Senioren-Meisterschaft für Judith Stihl und Silke Tebel-Haas konnte der SV Waldkirch mit seinem Zentrum für Nachwuchsleistungssport im Deutschen Fechter-Bund erneut eine Medaille bei nationalen Titelkämpfen einstreichen. Damit lief es für Lotter in seinem zweiten Juniorenjahr besser als gedacht. Er hatte zwar auch in der A-Jugend schon gute Ergebnisse erzielt, doch der ganz große Coup wollte bislang nicht gelingen. In der Vergangenheit hatten oft die berühmten letzten Prozent gefehlt. Daran hatten er und sein Vereinstrainer in den vergangenen Wochen stark gearbeitet. So stand er fast jeden Abend zu Hause vor dem Spiegel und übte Beinarbeit. "Da war ich ein bisschen schwach", gibt er zu.

Als Zehnter der deutschen Juniorenrangliste darf er nun auch an Weltcup-Turnieren seiner Altersklasse teilnehmen. Nach den Sommerferien wird es ihn studienbedingt nach Luzern ziehen. Dem Fechten und dem SV Waldkirch wird er aber treu bleiben.