Eiserne Disziplin ist sein Erfolgsrezept

sid

Von sid

Fr, 07. April 2017

Golf

Mit 59 Jahren spielt Bernhard Langer noch immer Golf der Extraklasse – auch beim US Masters.

AUGUSTA (sid). Einer wie Bernhard Langer ist immer bestens vorbereitet, selbst für den Fall des Unmöglichen. Sollte Deutschlands Golf-Ikone in diesen Tagen beim US-Masters in Augusta tatsächlich triumphieren, "würde ich für das Champions Dinner ein internationales Menü wählen". Erst in einem Jahr würde dieses zwar serviert, aber Planung ist nun mal alles.

Für Leistungssportler allgemein und Langer im Besonderen gilt diese Prämisse, andernfalls könnte er mit seinen 59 Jahren nicht mehr mit den besten Golfern der Welt mithalten. Also legte der Schwabe auch vor seinem 34. Auftritt an der Magnolia Lane Extraschichten auf Putting-Grün und Driving Range ein, als andere schon längst die Tasche gepackt hatten. Sein Ehrgeiz, die Liebe zum Sport und der innere Antrieb, sich auch nach 507 Turnierstarts stets zu verbessern, sind aber nur die eine Seite des Erfolgs. Langer achtet penibel auf seine Gesundheit, die richtige Ernährung ist sein Jungbrunnen. Einmal, 1992 war das, schickte er in einem Stuttgarter Hotel seine Tochter zurück zum Frühstücksbuffet, weil sie einen Teller mit zwei Würstchen anstatt der Schale mit Obst und Müsli in der Hand hielt.

Die Strenge zu sich und seinem Umfeld gibt Langer recht, dank einer ausgezeichneten körperlichen und mentalen Verfassung ist er noch immer zu Großtaten bereit. "Mit Präzision kann ich den Nachteil bei meiner Schlaglänge wettmachen. Und wenn ich dann gut putte, kann ich überall mithalten", sagt er. Mit den Topstars wie Rory McIlroy oder Dustin Johnson beispielsweise und noch viel mehr mit den Größen vergangener Zeiten. Auf der Champions Tour, bei der nur Golfer über 50 Jahre mitspielen dürfen, hat Langer im Januar seinen 30. Erfolg gefeiert. Ob er demnächst aufhören wird? "Solange ich erfolgreich bin und Spaß habe, mache ich weiter", sagt er.

Einziger Wermutstropfen ist mittlerweile das Reisen, "das mache ich nicht mehr so gerne", sagt der zweimalige Masters-Sieger, der mit seiner Ehefrau Vikki und den vier gemeinsamen Kindern längst den Lebensmittelpunkt in die USA verlegt hat.

Dort feierte Altmeister Langer, vom bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer einst als "Kaiser des Golfplatzes" geadelt, seine größten Erfolge. Mit seinem Masters-Triumph 1985 entfachte er einen Golf-Boom in Deutschland, 1993 gewann er das erste und wichtigste Major des Jahres noch einmal.

Beim Champions Dinner, zu dem traditionell nur die Träger des Grünen Jacketts geladen sind, genehmigte er sich und seinen Kollegen dann aber auch mal ein paar Sünden. Es gab Schnitzel, Truthahn und Schwarzwälder Kirschtorte. Und wie gesagt: Die Speisekarte für nächstes Jahr steht bereits fest. Jetzt muss Langer nur noch gewinnen.