Australian-Open-Start

Kerber glänzt nicht, gewinnt aber als Einzige

dpa

Von dpa

Mo, 14. Januar 2019 um 19:19 Uhr

Tennis

Viele deutsche Tennis-Profis sind bei den Australian Open bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

Die beste Leistung hob sich Angelique Kerber im Stil eines Tennis-Champions für den weiteren Verlauf der Australian Open auf. Auch in ihrer Zweitrundenpartie am Mittwoch wird die Wimbledonsiegerin vermutlich noch nicht ihr ganzes Können zeigen müssen. Immerhin ist Kerber noch dabei, alle anderen fünf der insgesamt 13 deutschen Starter verloren an einem enttäuschenden Auftakttag, unter ihnen auch Wimbledon-Halbfinalistin Julia Görges.

Kerber glänzte beim 6:2, 6:2 gegen die Slowenin Polona Hercog nicht, trotzdem stand unterm Strich ein glatter Erfolg für die Siegerin von 2016. Nächste Gegnerin ist die auch Kerber bisher kaum bekannte Brasilianerin Beatriz Haddad Maia.

Auf dem Weg zum Einzug in die zweite Runde kam Julia Görges kurz vor dem vermeintlichen Ende vom Weg ab. Die deutsche Nummer zwei war gegen die Amerikanerin Danielle Collins nur zwei Punkte vom Sieg entfernt, verlor aber noch 6:2, 6:7 (5:7), 4:6. Görges scheiterte zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder in ihrer ersten Partie in Melbourne und dort erst zum insgesamt zweiten Mal in Runde eins. Mit der Titelverteidigung beim Turnier in Auckland hatte die Saison für die letztjährige Wimbledon-Halbfinalistin noch perfekt begonnen.

"Dass die Enttäuschung da ist, ist klar. Von den ersten zwei Sätzen her kann ich sagen, dass ich ein gutes Match gespielt habe, das ich leider aus der Hand gegeben habe", sagte Görges.

Desorientiert war infolge einer Erkältung bei der sommerlichen Hitze Andrea Petkovic. Die Darmstädterin gab gegen die Rumänin Irina-Camelia Begu beim Stand von 7:6 (7:3), 3:4 und 30:40 auf, nachdem sie lange wegen Schwindels auf dem Platz lag und nicht aus eigener Kraft aufrecht sitzen konnte. Petkovic sprach – immer noch blass – von einem "kompletten Fantasiezustand". Sie habe kaum sitzen können, aber weiterspielen wollen. Das verhinderten die Ärzte am Platz.

Von den sieben deutschen Männern schied Talent Rudi Molleker bei seinem Grand-Slam-Debüt vor den Augen des Männer-Tennis-Chefs Boris Becker aus. Nach geglückter Qualifikation unterlag der 18-Jährige dem Weltranglisten-16. Diego Schwartzman aus Argentinien 1:6, 3:6, 6:4, 0:6. Gojowczyk nahm dem an Nummer zehn gesetzten Russen Karen Chatschanow den ersten Satz ab, verlor aber dann 6:3, 3:6, 4:6, 3:6. Struff musste sich dem Australier Matthew Ebden 6:1, 4:6, 3:6, 4:6 geschlagen geben.

Die Titelverteidiger Roger Federer und Caroline Wozniacki kamen wie Rafael Nadal weiter. Das aufregendste Match des Tages lieferte aber Andy Murray: Nach seiner Rücktrittsankündigung wegen ständiger Hüftschmerzen wehrte sich die einstige Nummer eins der Welt gegen den Spanier Roberto Bautista Agut über vier Stunden lang tapfer, verlor aber 4:6, 4:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:4), 2:6.