Kipchoge rennt bei 23 Grad dem Weltrekord hinterher

dpa

Von dpa

Mo, 23. April 2018

Leichtathletik

Keine Marathon-Bestzeiten im sommerlichen London.

LONDON (dpa). Eliud Kipchoge bleibt im Marathon derzeit das Maß aller Dinge, hetzt dem Weltrekord aber weiter hinterher. Der 33 Jahre alte Kenianer gewann in 2:04:27 Stunden zum dritten Mal (zuvor 2015 und 2016) den 42,195-Kilometer-Klassiker in London. Bei der 38. Auflage lag er damit eineinhalb Minuten über der Bestmarke seines Landsmanns Dennis Kimetto (2:02:57) von Berlin 2014. Der musste beim Rennen in Wien nach etwa der Hälfte der Distanz aufgeben. In Wien gewann überraschend der Marokkaner Salaheddine Bounasser (2:09:29 Stunden). Bei den Frauen setzte sich wie im Vorjahr die Kenianerin Nancy Kiprop in 2:24:18 Stunden durch.

Rund 40 000 Menschen gingen in London an den Start, bei Temperaturen um 23 Grad. Der Äthiopier Tola Shura Kitata kam in 2:05:05 Stunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde der britische Lauf-Held Mo Farah in der Landesrekord-Zeit von 2:06:32 Stunden. "Ich habe es wirklich genossen heute. Ich habe 110 Prozent gegeben, wie immer", sagte der 35 Jahre alte vierfache Olympiasieger auf der Bahn. Kipchoge hatte im September bei seinem Sieg in Berlin den Weltrekord um gut eine halbe Minute verpasst. In London war er vor zwei Jahren bis auf acht Sekunden an die Bestzeit herangekommen.

Auch für Vivian Cheruiyot blieb der Weltrekord unerreichbar. Die 36 Jahre alte Kenianerin siegte in 2:18:31 Stunden. Damit blieb die 5000-Meter-Olympiasiegerin von Rio 2016 über der Bestmarke der Britin Paula Radcliffe, die beim London-Marathon 2003 in 2:15:25 Stunden triumphiert hatte. Das Duell zwischen der kenianischen Vorjahressiegerin Mary Keitany und der mehrfachen Langstrecken-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba aus Äthiopien fiel aus. Keitany landete auf Rang fünf. Zweite wurde Brigid Kosgei (ebenfalls Kenia) in 2:20:13 Stunden vor Tadelech Bekele (Äthiopien/2:21:30).

Kipchoge war 2017 in London nicht am Start, weil er bei einem Projekt seines Sponsors die Zwei-Stunden-Marke knacken wollte. Dabei erreichte er auf dem Formel-1-Kurs von Monza 2:00:25. Als Weltrekord wurde die Zeit aber nicht anerkannt.