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11. Oktober 2011

Die Gebete werden erhört

Der LV Ettenheim kann sich bei seinem Stadtlauf doch noch über schönes Wetter freuen.

  1. Der jüngste Teilnehmer beim Stadtlauf: der zweijährige Sebastian Schwab. Foto: Sandra Decoux-Kone

ETTENHEIM. Die Kleinsten waren die Ersten. Die Bambini haben am Sonntag den Ettenheimer Stadtlauf eröffnet. Insgesamt waren etwa 500 junge und ältere Läuferinnen und Läufer am Start.

Nachdem Sprecher Hanspeter Weber von zehn auf null runtergezählt hatte, stürmten die 39 Jungen und Mädchen los durch die Gassen der Ettenheimer Innenstadt. "Ihr müsst immer schön dem Radfahrer hinterherlaufen, damit Ihr Euch nicht verirrt", hatte er vorher zu ihnen gesagt. Wenn aufmunternde Worte nicht halfen, stand im Ziel die Mama parat, um die Tränen zu trocknen.

Zum Stadtlauf hatte der Leichtathletikverein zum 29. Mal eingeladen. Ziel der Veranstaltung ist es, den Breitensport zu fördern. Unter dem Motto "gesund aufwachsen und leben in Baden-Württemberg" hatte sich im Vorfeld Bürgermeister Bruno Metz für die Teilnahme von möglichst vielen Kindern und Jugendlichen stark gemacht. Und sie kamen auch zahlreich. Der jüngste Teilnehmer war der zweijährige Sebastian Schwab, der von seiner Oma begleitet wurde. Außerdem waren 46 Mädchen und 60 Jungen am Start. Wer Mühe hatte, den spornte Hanspeter Weber an: "Jetzt noch einmal Gas geben, dann habt Ihr’s geschafft".

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Während sich die Läufer für den Jedermannslauf streckten und dehnten, freute sich Weber über das unerwartet gute Wetter: "Unsere Gebete wurden erhört." Statt vorhergesagtem Sturm und Regen strahlte die Sonne bei Temperaturen um die 20 Grad. Dies erfreute vor allem die Zuschauer, machte später aber den Läufern zu schaffen, einigen war es dann sichtlich zu warm. Motiviert waren aber alle, die an den Start gingen. Warum sie am Stadtlauf teilnehmen wollten? "Weil’s uns Spaß macht und unser Coach uns so toll motiviert", sagte Elisabeth Kempf vom Team Klinikum Ortenau. Regelmäßig läuft auch Sybille Hassler, seit sieben Jahren ist sie beim Stadtlauf mit dabei. Was sie schätzt? "Das Aufmuntern vom Publikum." Ihr Ehemann Adelbert lief später im Zehn-Kilometerlauf mit, was sich seine Frau (noch) nicht zutraute. "Ich bin zu nervös dazu", sagte sie.

50 Frauen und 102 Männer nahmen am Jedermannslauf teil, darunter Teams von Firmen, Vereinen und Behörden. Sie mussten in drei Runden 4,6 Kilometer über Stein und Asphalt bewältigen. Sieger wurden Anja Schnabel und Sven Pförtner. Jan Schabel vom TV Lahr, der zuvor bei den Schülern mitgelaufen war, ging erneut an den Start. "Einen großen Applaus für Jan", forderte Hanspeter Weber. Ein dickes Lob erteilte er auch Rolf Hügel vom Team Klinikum Ortenau, der seit drei Jahren mit einer künstlichen Hüfte lebt. Beachtlich fand Weber die vielen älteren Teilnehmer beim Hauptlauf. Unter den etwa 100 Läufern waren Männer in der Klasse M 60 und M 70 dabei, die zehn Kilometer in fünf Runden liefen. Vor allem hier war Taktik angesagt, um die Kräfte zu schonen und richtig einzuteilen.

Neu beim Stadtlauf war die elektronische Zeitmessung via Chip, der hinter jeder Teilnehmernummer steckte. Möglich machten dies rund 35 Sponsoren, die Hanspeter Weber lobend erwähnte. Für ihn und alle anderen Helfer vom Verein gilt die Devise "Nach dem Lauf ist vor dem Lauf". Die Vorbereitungen für den Stadtlauf 2012 beginnen in Kürze. Bleibt nur zu hoffen, dass wieder mehr Publikum kommt, die Besucherzahlen waren am Sonntag im Vergleich zu den Vorjahren eher spärlich.

Autor: Irene Bär