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12. Juli 2008

"Mein Ziel ist ganz klar das Podest"

Der 18-jährige Motorradfahrer Stefan Bradl will beim Grand-Prix von Deutschland auftrumpfen

HOHENSTEIN-ERNSTTHAL. (dpa). Das Mekka des deutschen Motorrad-Rennsports soll beben. Wenn am Sonntag der Grand-Prix von Deutschland auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal über die Bühne geht, will vor allem Stefan Bradl den mehr als 200 000 Zuschauern eine perfekte Show bieten. "Mein Ziel ist ganz klar das Podest", meint der Zahlinger, der als Shooting- Star in der 125-ccm-Klasse bislang für viele positive Überraschungen sorgte.

Als einzige deutsche Piloten hatten bislang Ralf Waldmann 1999 und Lokalmatador Steve Jenkner 2002 als Dritte Podiumsplätze auf dem Sachsenring erreicht.    Versprechen kann Bradl den begeisterungsfähigen Fans eine Top-Platzierung freilich nicht. "Da spielt einiges zusammen. Zumindest muss das Wetter mitspielen, bislang war dort, wo der Grand Prix war, auch der Regen", beschreibt der 18-Jährige den Formaufbau bei einem Weltmeisterschafts-Lauf. Bis auf die vergangenen beiden Rennen, bei denen er unter seinen Möglichkeiten blieb, gelang ihm das in seiner ersten Saison als permanenter WM-Starter sehr gut. "Der dritte Platz beim Auftakt in Katar war zwar super, aber auch sehr anstrengend. Denn nun erwarteten alle von mir immer solche Plätze", erzählt Bradl, der mittlerweile gelassener geworden ist. "Ich schaue nicht mehr besonders auf den WM-Stand. Ich will so viel wie möglich lernen und im nächsten Jahr unter die besten Drei kommen", beschreibt der Zahlinger seine Ziele.

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Dabei weiß er, dass trotz aller Erfolge und Zufriedenheit im Team noch nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft ist. "Wir können noch besser werden", sagt Bradl.   Dem Aprilia-Piloten ist die Zufriedenheit anzumerken. Nach zwei Jahren mit Problemen in verschiedenen Teams fühlt er sich im Grizzli-Gas-Kiefer-Rennstall wohl. "Aus Rückschlägen kann man ja viel lernen. Jetzt ist alles in bester Ordnung. Mit Stefan Kiefer habe ich ein ganz offenes Verhältnis, wir sprechen jedes Problem direkt an", betont Bradl, der seinen Vater Helmut, ehemaliger WM-Zweiter, als Manager und Berater immer um sich hat. "Er kennt mich, weiß, was ich denke", lobt der Filius den Papa. Das interne Duell mit dem Berkheimer Sandro Cortese sieht Bradl als Ansporn, wenngleich nicht vordergründig. "Ich orientiere mich nicht an ihm direkt, sondern immer an den vor mir Fahrenden. Aber es wäre durchaus reizvoll gewesen, wenn wir, wie einmal geplant, in einem Team gewesen wären", sagt Bradl. So aber ist jeder für sich Team-Leader.

Bradl will den Sachsenring zum Beben bringen. Auch, weil es für die tollen Fans in den beiden großen Klassen aus deutscher Sicht wenig zu bejubeln geben wird. Im 250-ccm-Limit startet der Chemnitzer Toni Wirsing mit einer Wildcard, in der Königsklasse MotoGP ist in dieser Saison kein Deutscher vertreten.

Autor: dpa