Nervenprobe bestanden

bz, uwo

Von BZ-Redaktion & Uwe Rogowski

Di, 29. November 2016

Volleyball

Das Weiler Volleyball-Talent Louisa Gasenzer ist für die Jugendnationalmannschaft nominiert worden.

VOLLEYBALL (uwo/BZ). Es ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Louisa Gasenzer aus Weil: Das Volleyball-Talent spielt in der Schweiz ja schon bei den Älteren auf hohem Niveau mit und ist Kapitänin des Südbaden-Kaders. In der vergangenen Woche hat sie es nun in den deutschen D/C-Kader geschafft. "Louisa Gasenzer ist Jugendnationalspielerin", teilte der südbadische Volleyball-Verband mit.

Vier lange Tage der Anspannung lagen hinter der 14-Jährigen. In Kienbaum, Brandenburg, waren die 52 mutmaßlich besten deutschen Volleyballspielerinnen des Jahrgangs 2002/03 zur Sichtung zusammengekommen. In drei täglichen Trainingseinheiten waren sie noch einmal intensiv auf ihre volleyballerischen Fähigkeiten und Voraussetzungen getestet worden – die Weilerin bestand den Qualitätstest, der gleichzeitig eine Nervenprobe war. "Louisa konnte überzeugen und hat sich als Zuspielerin einen der 22 begehrten Plätze gesichert", hieß es vom SBVV. In ihrer persönlichen Erwartung sei sie "vorher sehr zurückhaltend", gewesen, sagte ihr Vater Jens Gasenzer der im Jugendvorstand des SV Weil aktiv ist. Doch man habe schon durchaus Rückmeldungen bekommen, dass sie das geforderte Niveau mitbringen würde.

Am Donnerstag, dem letzten Tag der Sichtung, war die Anspannung groß gewesen. Alle 52 Spielerinnen waren in einem Raum versammelt worden und jede Nominierte wurde aufgerufen. "Hab’s geschafft", funkte Louisa Gasenzer anschließend per Whatsapp nach Hause. Sie war die einzige Nominierte aus Südbaden, sie war gemeinsam mit Kadertrainer Christopher Röder nach Kienbaum gereist.

In der knappen Woche bekamen die Spielerinnen vielseitiges Training an Stationen wie Spielfähigkeit/Koordination, Block/Angriff, Physiotherapie und Aufschlag/Annahme/Zuspiel vermittelt. "Sie wurden nicht nur durch uns gecheckt", sagte Jugend-Bundestrainer Jens Tietböhl. Sie erhielten auch Informationen "über Technik, wie man besser aufschlagen, blocken oder baggern kann". Auch wurde die Muskulatur geprüft. "Es wurde geschaut, wo gibt es Defizite wie Fehlstellungen im Körperbau und geprüft, ob die Spielerinnen für den Leistungssport längerfristig tauglich sind", so Tietböhl. Der erste gemeinsame Lehrgang ist vom 2. bis 6. Januar in Paderborn geplant, der zweite im Mai. Im Sommer wartet die erste große Aufgabe auf das neu zusammengestellte Jugend-Nationalteam: ein Acht-Nationen-Turnier in Italien mit den besten europäischen Mannschaften. Im Januar 2018 folgt die Qualifikation für die U-17-Europameisterschaft.

Louisa Gasenzer, die die neunte Klasse der Realschule Dreiländereck in Weil besucht, wird im nächsten Jahr in das Bundesleistungszentrum Stuttgart wechseln. Den Weg zum Volleyball hat die 1,76 Meter große Zuspielerin beim VC Weil gefunden, ehe es zum Schweizer Top-Club Sm'Aesch Pfeffingen ging. Dort trainiert sie viermal die Woche. Nominell wird sie bei Sm’Aesch im U-23-Kader geführt, mittlerweile trainiert die 14-Jährige aber bereits mit dem Frauen-Reserve-Team – das in der dritten Liga spielt.