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13. September 2010

David Laniado triumphiert im Stechen des S-Springens

Reitlehrer aus Gundelfingen erfolgreich beim Turnier in Kandern.

  1. Sieger im S-Springen: David Laniado auf Golden Girl Foto: Meinrad Schön

REITEN. Hervorragende Stimmung, eine große Publikumskulisse, ausgezeichneter Pferdesport und dazu strahlender Sonnenschein mit sommerlichen Temperaturen: Gelungenere drei Turniertage hätte sich der Reit Club Kandern bei seinem Traditionsturnier im Springreiten kaum wünschen können. "Es hat alles gepasst", bilanzierten denn auch unisono die beiden Turnierleiter Rainer Gräßlin und Hans Klemm, der erstmals mitverantwortlich zeichnete. Den Abschluss bildet heute Morgen von 9 bis 13 Uhr der traditionelle "Chanderner Rossmärt" mit der Präsentation und Prämierung von Pferden, Ponys, Zuchtfamilien und Kutschen.

Kein Wunder, dass auch der sportliche Höhepunkt ins sonnige Bild passte. Schließlich lautete der Name des siegreichen Pferdes in der einzigen Springprüfung der schweren Klasse S "Golden Girl". "Das passt doch an so einem Tag genau", kommentierte deren Reiter David Laniado seinen Erfolg. Immerhin war es für den FN-geprüften Reitlehrer, der seit zwei Jahren beim RC Gundelfingen vor dem Toren Freiburgs selbstständig tätig ist, im Sattel der zwölfjährigen Stute bereits der zweite in diesem Jahr. Zuvor hatten beide bereits beim Turnier in Nußbach in der S-Klasse triumphiert.

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Dabei hatte Laniado, der aus Waldshut-Tiengen stammt und lange Zeit für den RV Tiengen startete, mit einem Sieg nicht wirklich gerechnet. Denn im Stechen ritt er als vorletzter der acht dafür qualifizierten Reiter nicht gerade auf Teufel-komm-raus, sondern eher mit angezogener Handbremse. "Das war eher kontrollierte Offensive", sagte der 33-jährige Laniado, der seinen Sieg seiner vor kurzem verstorbenen Schülerin Heike Jahn widmete, "denn ich wollte vor allem fehlerfrei bleiben und deshalb nicht zu schnell reiten." Dass seine Nullrunde in 34,52 Sekunden sogar zum Sieg reichte, war gleichwohl ein überaus angenehmer Nebeneffekt. "Golden Girl ist ein tolles Pferd und sehr vorsichtig", schwärmte der Sieger über sein Pferd, das ihm erst seit einem halben Jahr zur Verfügung gestellt worden ist.

Damit verdrängte Laniado noch die lange Zeit führende Schweizerin Tamara Schwab auf Chorus, die als erste Starterin in 34,70 die Bestmarke gesetzt hatte, von der Spitze. Dritter wurde ihr für den RV Dreiländereck reitender Landsmann Mathieu Gass auf seinem neuen Pferd Colleen in 35,66 Sekunden. "Wir haben das Pferd erst seit kurzem, daher ist es erfreulich schön, dass es schon so gut funktioniert", erläuterte sein Vater.

Zwar ritten drei weitere Teilnehmer im Stechen deutlich schneller als Laniado, der einst als Vielseitigkeitsreiter für Furore gesorgt hatte ("Das war eine schöne Zeit, aber jetzt fühle ich mich im Springen gut aufgehoben."). Doch fiel sowohl bei Dominik Klingele auf Charmonie (RV Dreiländereck), der als bester Stilist im S-Springen ausgezeichnet wurde, als auch bei Bernhard Karle (PSG Kaltenherberge) mit Calimero jeweils eine Hindernisstange. Und bei Schlussreiterin Rebecca Trefzger, die als erfolgreichste Reiterin des Turniers geehrt wurde, waren es sogar auf der wiedergenesenen Hannoveraner Stute Celine sogar zwei. "Ihr hat am Ende einfach noch die Kraft gefehlt", sagte die Schopfheimerin. "Aber nach 14 Monaten Verletzungspause aufgrund eines Muskelfaserrisses ist das auch kein Wunder. Trotzdem bin ich mit ihr sehr zufrieden."

Zuvor hatte Tamara Schwab mit ihren beiden Rössern Chorus und Contessina im einzigen mittelschweren Zwei-Sterne-Springen der Klasse M einen Doppelsieg gelandet. Im Stechen verwies sie Roman Waldner (RC Caballus Grißheim) mit Amanusa, Rebecca Siller (Bad Krozingen), Sabrina Förster (RV Schopfheim) auf Catkin und Domink Klingele mit Charmonie, die ebenfalls fehlerfrei blieben, auf die Plätze.

Im Ein-Stern-Punktespringen mit Joker der Klasse M behauptete sich in der ersten Abteilung Carmen Klingele (RV Dreiländereck= auf Gloria vor Lena Kiefer (RV Schopfheim) auf Legolas und Steffen Roth (RSPF Rümmingen) mit Ricardo. In der zweiten Abteilung lagen drei Schweizer an der Spitze: Toni Clavadetscher auf Cor vor Benno Mettauer auf Otteronga und Christoph Strobel mit World Dine. Rebecca Trefzger wurde Vierte auf Bulgari.

Autor: Jochen Dippel