Runder Saisonabschluss

Hannes Selz

Von Hannes Selz

Mo, 23. April 2018

Volleyball

1844-Volleyballer verlieren zwar knapp gegen Eltmann, feiern zusammen mit den Fans im Anschluss aber eine gute Saison.

VOLLEYBALL. Zweite Bundesliga Männer: FT 1844 Freiburg – Oshino Volleys Eltmann 2:3 (25:22, 17:25, 25:22, 14:25, 8:15). Am Ende war es wie so oft in dieser Saison: Die Volleyballer der FT 1844 verloren nach dem dritten Satz den spielerischen Faden und mussten sich letztlich Eltmann geschlagen geben. Dennoch überwog nach Spielende auf Seiten der Freiburger die Freude über eine mehr als zufriedenstellende Saison, die die FT auf dem achten Tabellenplatz abschließt.

Im entscheidenden fünften Satz war schnell klar, dass die FT das letzte Spiel einer langen Saison verlieren würde. Dem Freiburger Publikum war es egal. Bei gefühlten 40 Grad Celsius und nach knapp 120 Minuten Spielzeit erhoben sich die 700 Zuschauer von den Sitzen und feierten ihre Mannschaft bis weit übers Spielende hinaus. "So eine Stimmung wie heute habe ich noch nicht erlebt. Die Stimmung in Freiburg ist die beste in der zweiten Bundesliga", sagte der Eltmanner David Strobel, den es im vergangenen Winter von der FT studienbedingt nach Bayern verschlug. Der 26-jährige Außenangreifer war mit seiner Leistung gegen seinen Ex-Verein aber alles andere als zufrieden: "Es ist immer schwer gegen die alten Kollegen, man macht sich dann einfach mehr Druck als sonst."

Auf Freiburger Seite waren am Ende dagegen trotz der Niederlage alle glücklich, auch Trainer Jakob Schönhagen: "Heute muss man nichts Schlechtes sagen. Wir haben in dieser Saison gegen jedes Team der Liga Tabellenpunkte geholt – außer gegen Meister Grafing."

Das Spiel gegen die Oshino Volleys Eltmann war zum Abschluss ein Spiegelbild der Saison. Erneut zeigten die Freiburger, dass sie mit einer Spitzenmannschaft mithalten können, abermals gingen der selbsternannten Affenbande jedoch am Ende die spielerischen Körner aus. Den ersten und dritten Satz konnte die FT für sich entscheiden, den Unterschied machte letztlich jedoch der Eltmanner Diagonalangreifer Mircea Paul Peta, der mit seinen Aufschlagserien das eine oder andere Mal für Staunen im Publikum sorgte.

Die Freiburger machten den Gästen das Leben schwer und versauten den Franken durch den Einzug in den Tie-Break und dem damit verbundenen Punktverlust für die Tabelle die Vizemeisterschaft. "Mein Team hat heute nochmals gezeigt, dass es in der Lage ist, jeden Gegner in Bedrängnis zu bringen", bilanzierte Schönhagen, dessen Auswahl die Saison auf einem zufriedenstellenden achten Tabellenplatz abschließt. "Unsere Entwicklungskurve ging in dieser Runde durchgehend nach oben. Jetzt heißt es, an der Konstanz zu arbeiten."

Unter tosenden Applaus’ und Anfeuerungsrufen feierten sich die Freiburger Fans und die Mannschaft am Ende gegenseitig. Die scheidenden Spieler Eric Dufour-Feronce, Johannes Stemmann sowie Bernhard Steiert bekamen bei der Verabschiedung stehende Ovationen. "Es war sehr emotional, ein paar Tränen habe ich vergossen", gab Dufour-Feronce zu. Den 33-Jährigen, der vor rund zwei Wochen Vater wurde, zieht es im Rahmen seines Medizinstudiums nach Berlin. In seinem letzten Spiel zeigte der Mittelblocker nochmals seine Klasse und wurde vom gegnerischen Trainer nach Spielende völlig zurecht zum besten Freiburger Mann gewählt. "Ich habe immer versucht, alles aus mir herauszuholen. Für so großartige Heimspiele wie heute habe ich Volleyball gespielt. Jetzt werde ich meine aktive Karriere beenden."

Johannes Stemmann, der bereits in dieser Saison aus beruflichen Gründen kürzertreten musste, kam mit Dufour-Feronce zusammen vor rund zehn Jahren zur FT und hört ebenfalls auf. "Ich muss schauen, ob ich in der Zukunft noch auf niedrigerem Niveau irgendwo Volleyball spiele", betonte Stemmann. Der 31-jährige Zahnarzt glaubt fest daran, dass die Affenbande in der nächsten Saison oben angreifen kann. "Ich bin mir sicher, dass sich die Mannschaft weiter entwickeln wird."