Tabellenführer der Rückrunde

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mo, 21. November 2016

Ringen

Regionalligist RG Hausen-Zell kämpft sich weiter nach vorn: Das 16:15 gegen den VfL Neckargartach war der fünfte Sieg in Folge.

RINGEN Regionalliga: RG Hausen-Zell – VfL Neckargartach 16:15. Es ist die Zeit der letzten Saisonkämpfe angebrochen und immer dann sind auch die Wochen des Taktierens gekommen. Dass der VfL Neckargartach im Regionalliga-Kampf bei der RG Hausen-Zell einen dezent ausgedünnten Kader meldete, hat Florian Hasslers Pläne nicht durchkreuzt. Er und Trainerkollege Adrian Recorean waren auf dem aktuellen Stand. Der Liga-Buschfunk verbreitet gewichtige Informationen im Nu. "Ich weiß, dass sie eher nicht aufsteigen wollen", sagte Hassler.

Ohne Szabolcs und Ciuraiu – und besser als Nendingen

Einfach war es trotz der personellen Rochaden des Gegners so oder so nicht, die RG hatte ihrerseits auf zwei tragende Säulen verzichten müssen: Laszlo Szabolcs hatte berufliche Verpflichtungen, Alin Alexuc-Ciuraiu war beim Großen Preis von Rumänien aktiv. Aber im Moment rollen die Bälle in und um Hausen ja bergauf. "Wir können derzeit aufstellen, wen wir wollen und es passt", sagte Hassler, und so suchten die Hausen-Zeller selbstbewusst ihre Chance und verteidigten gegen die als Tabellenzweite angereisten Neckargartacher ihren Status als bestes Rückrundenteam.

Hätte die Saison vor drei Wochen begonnen, wäre die RG mit 10:0-Punkten Tabellenführer, vor Nendingen II und Aichhalden (je 8:2). "Letzte Woche besiegen wir den Tabellenführer, und jetzt haben wir schon wieder für Schlagzeilen gesorgt", sagte Hassler nach dem 16:15 in der Hausener Festhalle. Allerdings haben die Hausener bis hierher nur ihre Pflicht erfüllt: Auf den vorletzten Tabellenplatz sind es zwei Punkte.

Mit einer stimmigen Aufstellung hatten Hassler und Recorean den sechsten Saisonsieg am Reißbrett vorbereitet. Hausens zuverlässiger Greco-Ringer Alexander Rümmele war in die 98-Kilogramm-Klasse hochgerückt, der eine oder andere sollte seine Niederlage überdies in Grenzen halten, dann konnte der Plan vom fünften Sieg in Folge aufgehen. "Wichtig war unter anderem, dass Simon Waßmer sich keinen Vierer abgeholt hat", sagte Hassler. Schnell hatten die Gastgeber über 8:0 mit 12:6 geführt, als Waßmer in der 75-Kilo-Greco-Klasse im vorletzten Kampf des Abends bei 16:9 die Matte betrat. Alles unter 0:3 bedeutete den Mannschaftssieg – und Waßmer hielt sich seinen Gegner, Aurelian Leciu, vom Leib. Lange stand es 0:0, am Ende gewann Leciu mit 2:0, doch es stand 16:11 für die RG und der Heimsieg war amtlich.

Jeder hatte seinen Beitrag geleistet. Rümmele, der sich schnell ein 6:2 erarbeitete, verteidigte die Führung mit guter Defensive und schaffte gegen seinen um zehn Kilo schwereren Gegner sogar einen Durchdreher. Auch Recorean steuerte gegen Christian Maier einen Sieg bei, wenn auch knapp mit 1:0. Recorean musste seinem grenzwertig motivierten Gegner die Stirn bieten, handelte sich dabei zwei Verwarnungen ein. "Was der alte Mann abliefert, ist der Wahnsinn", sagte Hassler.

Dazu verhinderte Eric Ritter im 86er-Greco mit 0:13-Punkten einen Vierer gegen sich. Oder Mike Mühlemann (66): Gegen den abgezockten 40-jährigen Andrej Puscas hielt er in einem intensiven Kampf ein 0:2. Stimmungsvoll wurde es beim 66er-Freistilisten Sebastian Rapp: Nachdem er Stefan Kamockij die Bodenlage verpasst hatte, ließ er seinen Gegner einfach nicht mehr los, versetzte ihm einen Durchdreher nach dem anderen und ging nach 72 Sekunden mit einem 16:1 von der Matte. Seinem Gegner war vermutlich noch etwas länger schwindelig.

57 kg Greco: Schmittel – Weinberg 4:0 (technisch überlegen); 130 Freistil: Kiefer – Koch 4:0 (Aufgabesieg); 61 F: Trifan – Lupu 0:4 (Schultersieg); 98 G: Rümmele – Gerner 3:0 (Punktsieg); 66 G: Mühlemann – Puscas 0:2 (PS); 86 F: Recorean – Maier 1:0 (PS); 66 F: Rapp – Kamockij 4:0 (TÜ); 86 G: Ritter – Mikhailouski 0:3 (PS); 75 G: Waßmer – Leciu 0:2 (PS); 75 F: Götz – Meyer 0:4 (TÜ).