Taisersdorf aufs Kreuz gelegt

Uwe Rogowski und Rolf Rombach

Von Uwe Rogowski & Rolf Rombach

Mo, 18. September 2017

Ringen

KSV Rheinfelden trotzt personellen Tiefschlägen / Moras Starterlaubnis entzogen / Oswald: "Sauerei".

RINGEN Regionalliga: KSV Rheinfelden – KSV Taisersdorf 22:7. Es hat nicht lange gedauert mit dem ersten Sieg in der Regionalliga für den KSV Rheinfelden. Im vierten Kampf war es soweit – und das nach einer Woche mit mehreren Hiobsbotschaften.

Nachdem die Kunde kam, dass Sebastian von Czenstkowski, der wohl einen Kreuz- und Innenbandriss im Knie erlitten hat, für den Rest der Saison ausfallen wird, kam der nächste personelle Tiefschlag. Und das aus heiterem Himmel: Der Ringer-Weltverband UWW widerrief überraschend die Starterlaubnis für Luillys Perez Mora, so wie dem Anschein nach für alle Ringer dessen Heimatlandes.

"Venezuela hat wohl gegen Richtlinien verstoßen und ist auf unbestimmte Zeit suspendiert", sagte Coach Sascha Oswald. Erst am Freitag kam die Sperre in schriftlicher Form an, und dass nun der KSV vermutlich bis Saisonende auf seinen Neuzugang verzichten muss, "ist eine Sauerei", so Oswald. "Er startet hier ja nicht für Venezuela. Wem aber nun geschadet wird, das sind wir." Die Rheinfelder Ringer berührte das anscheinend wenig, sie gaben gegen Taisersdorf im ersten Regionalliga-Heimduell lediglich drei Kämpfe ab. "Unerwartet hoch" sei das Ergebnis ausgefallen, befand Oswald.

Sein Trainerkollege Sulejman Ajeti (57 Kilogramm Freistil) verpasste wegen einer Passivitätsverwarnung kurz vor dem Gong den dritten Zähler, sonst wäre es noch klarer geworden. Roland Berde musste gegen den 28 kg schwereren Frank Höfler ran und blieb chancenlos (TÜ/0:4). Dafür konnte Patrick Hinderer (61 G) seinen ersten Saisonsieg feiern.

Vyacheslav Sugako (98 F) überraschte in der zweiten Runde mit einem Kopfklammerdreher zum Schultersieg. "Er hat Griffe drauf, die man nicht so oft sieht", sagte Oswald. Sugakos Kontrahent Marco Martin habe ein knappes Ergebnis retten wollen, "und es sah ja auch eine Zeit lang ganz gut für ihn aus, er hat gut blockiert" (Oswald). Sugakos Beinangriffe liefen ins Leere, doch mit einem "Überraschungsangriff" legte er Martin aufs Kreuz. Der anschließende 16:0-Überlegenheitserfolg von Vincent von Czenstkowski (66 F) stellte den 13:4-Pausenstand her. "Vincent war stark wie immer", sagte Oswald.

Aktionsreich ging es nach der Pause weiter. Hayk Hernandez Perez (86 G) ging beim Stand von 22:8 als Schultersieger von der Matte, und Murat Argin (80 F), der nach einjähriger Pause aktiviert wurde, um Sebastian von Czenstkowski zu ersetzen, besiegte den starken Mario Häuslbauer ungefährdet mit 6:0 (2:0), womit Rheinfelden nach Kampf Nummer acht als Sieger feststand. Er war eines von vielen Puzzleteilen im Rheinfelder Team, das für den hohen Sieg sorgte.

Wie auch Andrius Reisch (75 G), der gegen Patrick Käppeler (3:0) nichts anbrennen ließ. "Er hat jede Aktion sehr gut ausgekämpft, ein super Kampf von ihm", sagte Oswald, der "einen wichtigen Sieg" konstatierte, einerseits. Andererseits war es ein Pflichtsieg: "Wer in der Liga bleiben will, muss Taisersdorf zuhause schlagen."