Traum vom Finale wird nicht wahr

Patric Cordier und Georg Gulde

Von Patric Cordier & Georg Gulde

Mo, 15. Januar 2018

Ringen

Adelhausens Ringer verspielen Neun-Punkte-Führung und verlieren im Halbfinal-Rückkampf gegen Köllerbach mit 7:17.

KÖLLERBACH-PÜTTLINGEN. Riesenenttäuschung beim TuS Adelhausen: Der südbadische Ringerklub aus dem Rheinfelder Stadtteil verfehlte am Samstagabend die Finalkämpfe um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Durch eine 7:17-Niederlage beim KSV Köllerbach schied der TuS im Halbfinale aus. Dabei hatte Adelhausen nach dem 20:11-Erfolg im Hinkampf alle Trümpfe in der Hand. Aber zwei dieser Trümpfe stachen nicht: Ausgerechnet die Punktegaranten Ivo Angelov und Akhmed Chakaev verloren ihre Mattenduelle überraschend.

"Es hat nicht sollen sein. Köllerbach war so aggressiv eingestellt wie wir beim Hinkampf. Wir sind enttäuscht. Aber wir haben auch großartige Wochen hinter uns mit der erstmaligen Halbfinal-Teilnahme", sagte Adelhausens Trainer Bernd Reichenbach. Er ergänzte, dass sein Team Verletzungspech zu beklagen hatte in der Woche vor dem Rückkampf. Denn Arian Güney (Meniskus-OP) und Alexander Semisorow (Jochbeinbruch) fehlten.

Erwähnt werden muss aber auch, dass sich die Coaches beim Aufstellungspoker wohl verzockten. Dass sie den Russen Chakaev, der im Hinkampf gegen Köllerbachs Oldie Andrij Shykka (37) einen technisch überhöhten Punktsieg in der Freistilklasse bis 75 Kilogramm feierte, nicht in dieser Gewichtsklasse beließen, sondern in die Klasse bis 71 Kilo beorderten, stellte sich im Nachhinein als Fehler heraus. Denn der TuS hätte dann im letzten Mattenduell gegen Shykka einen Siegringer aufbieten können, der wohl von einem bis zu den maximal möglichen vier Teampunkten die für den Gesamtsieg notwendigen vier Zähler geholt hätte.

Vor 1015 Zuschauern im Trimm-Treff zu Köllerbach-Püttlingen reichte der Auswahl der Trainer Florian Philipp und Bernd Reichenbach selbst eine 7:4-Pausenführung nach fünf Mattenduellen nicht, um als erste südbadische Mannschaft in die beiden Finalkämpfe vorzudringen. Denn alle fünf Einzelkämpfe nach der Pause wurden von den TuS-Athleten verloren.

Noch vor der Pause bezog der Bulgare Ivo Angelov in der Klasse bis 66 Kilo (griechisch-römischer Stil) seine erste Saisonniederlage – gegen den deutschen 59-Kilo-Meister Etienne Kinsinger, weil Angelov zwei Passivitätsverwarnungen erhielt. "Ich wusste, was er macht und wie ich reagieren musste", sagte Kinsinger erstaunlich selbstbewusst.

Im siebten von zehn Duellen ließ sich dann Chakaev trotz 3:0-Führung in der letzten Minute zu einem weiteren Angriff hinreißen, wurde gekontert – und verlor in einer turbulenten Endphase des Kampfes mit beiderseitigem Grifffeuerwerk gegen den Moldavier Mihail Sava 9:11 nach Punkten. Da auch Konstantin Schneider gegen Timo Badusch unterlag (3:4), kam es im letzten Kampf auf Ersatzmann Stephan Brunner an, der gegen Shykka aber chancenlos war. Womit das Aus des TuS besiegelt war.