"Voll gegen uns gelaufen"

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Mo, 21. November 2016

Ringen

Bundesliga-Playoffs rücken für Adelhausen nach 8:19 gegen Köllerbach in weite Ferne / Regionalliga-Team bezwingt Taisersdorf 19:2.

RINGEN. Gemischte Gefühle auf dem Dinkelberg: Während die Bundesliga-Ringer des TuS Adelhausen die Playoffs aus den Augen verlieren, macht das Regionalliga-Team einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Der Flug war schon gebucht. Fest gerechnet hatten sie beim TuS damit, dass Sezer Akgül am Samstag in der Dinkelberghalle gegen den KSV Köllerbach auf die Matte geht. Doch der Türke kam nicht. Bereits am vorherigen Wochenende war Akgül wegen einer Fußverletzung ausgefallen, gab am Dienstag jedoch grünes Licht. Die Adelhauser Verantwortlichen leiteten alles in die Wege. Am Freitag aber sagte Akgül erneut ab – im Training war die Verletzung wieder aufgebrochen.

Ein Ausfall, der in das Konzept von Trainer Florian Philipp ein Loch im Bantamgewicht riss, das nicht zu stopfen war. Zwar stellte sich Nachwuchsmann Mirco Kuder erneut in den Dienst der Mannschaft, war gegen Valentin Seimetz jedoch ohne Chance und verlor technisch überhöht. "Das sind sechs Punkte", rechnete Philipp vor. Statt vier Zähler abzugeben seien zwei Punkte für den TuS realistisch gewesen. Punkte, die in der Endabrechnung fehlten und den Gästen früh einen taktischen Vorteil verschafften. Nach drei Kämpfen mit 1:8 in Rückstand, musste der TuS die Offensive suchen.

Eine Hypothek, mit der Philipp nach der 8:19-Niederlage haderte. Hätte Akgül ringen können, "dann gehen drei Kämpfe in die andere Richtung", war sich der Coach sicher. Doch so sei der Abend "voll gegen uns gelaufen. Köllerbach ist qualitativ und taktisch mit der stärksten Aufstellung gekommen". Am Gäste-Erfolg gab es nichts zu rütteln. Vier Zähler Rückstand auf einen Playoff-Platz bei noch vier Kämpfen – ist der Zug bereits abgefahren? "Es sind noch acht Punkte drin", zeigte sich Philipp kämpferisch. Zumal sich die oberen Teams noch gegenseitig die Zähler wegnehmen würden.

Philipp war bereits wieder voller Energie, obwohl er zuvor noch in der Regionalliga eingesprungen war. "Ich hab’ seit einem Jahr nicht trainiert", sagte er nach seinem Einsatz gegen Taisersdorf, der eine Kettenreaktion auslöste: Reservecoach Thomas Weber vertrat Philipp beim Wiegen des Bundesliga-Teams, in der Regionalliga saßen Denis Grether und Timo Meyer in der roten Ecke. Philipp schlug sich tapfer. "Den Willen bringt er mit, da macht ihm keiner was vor", sagte Grether. Einzig die Kondition fehlte Philipp, er verlor im Halbschwergewicht mit 2:4.

Ohnehin gab der TuS II beim 19:2-Sieg nur zwei Kämpfe ab. Stefan Geiger fehlte im Leichtgewicht "die körperliche Masse", erklärte Meyer den entscheidenden Faktor der 3:4-Niederlage. Doch ist beim TuS II auch das Glück zurück. Pascal Ruh führte 8:0 gegen Uwe Weißhaar, geriet aber plötzlich in die gefährliche Lage. Grether bekannte: "Er war wohl tusch." Der Kampfrichter aber entschied sich gegen eine Schulterniederlage.

Doch selbst wenn Ruh verloren hätte, am Adelhauser Erfolg hätte das nichts geändert. "Alle haben das Optimum herausgeholt", lobte Weber. Wie beispielsweise der Armenier Aram Julfalakyan, der mit zwei Kopfdurchdrehern von vorne seine Klasse unter Beweis stellte und zwei weitere Punkte beisteuerte. Nach dem zweiten Sieg in Folge, so Grether, wolle man nun "die Euphorie mitnehmen".

TuS Adelhausen – KSV Köllerbach 8:19

57 Kilogramm Greco:
Schmitt – Decker 1:0 (Punktsieg); 130 kg Freistil: Kehrer – Khotsianivskyi 0:4 (technisch überlegen); 61 F: Kuder – Seimetz 0:4 (TÜ); 98 G: Viktor Loerincz – Noumonvi 0:2 (PS); 66 G: Janecic – von Tugginer 3:0 (PS); 86 F: Kopp – Vereb 0:3 (PS); 66 F: Semisorow – Dubov 0:2 (PS); 86 G: Starcevic – Fischer 0:1 (PS); 75 G: Tamas Lörincz – Badusch 4:0 (Aufgabesieg); 75 F: Cakici – Shyyka 0:3 (PS).

Adelhausen II – KSV Taisersdorf 19:2

57 G: Gottstein – Mahmodi 2:0 (PS); 130 F: Krafft – Höfler 1:0 (PS); 61 F: Voegele – Meyer 4:0 (technisch überlegen); 98 G: Philipp – Martin 0:1 (PS); 66 G: Geiger – Plessing 0:1 (PS); 86 F: Ruh – Uwe Weißhaar 3:0 (PS); 66 F: Schubert – Marcel Käppeler 4:0 (TÜ); 86 G: Kähny – Simon Weißhaar 1:0 (PS); 75 G: Julfalakyan – Rinderle 2:0 (PS); 75 F: Brunner – Patrick Käppeler 2:0 (PS).