Sandmann

Der Freiburger Beachvolleyballer Sven Winter wird das dritte Mal in Folge Deutscher Meister der Altersklasse U19

Matthias Kaufhold

Von Matthias Kaufhold

Mi, 27. Juli 2016

Volleyball

Es gibt Sportler, an denen haftet der Erfolg wie ein Sandkorn an eingecremter Haut. Gleichzeitig stehen sie schon in jungen Jahren ziemlich zielgerichtet und ausgelastet im Leben. Sven Winter ist einer von ihnen. Gerade 18 Jahre alt geworden, prasseln derzeit viele Dinge auf das Beachvolleyballtalent von 1844 Freiburg ein – und doch geht Winter weiter seinen Weg mit der Klar- und Weitsicht eines Champions. Am vergangenen Sonntag hat der gebürtige Freiburger für ein Novum im deutschen Beachvolleyball gesorgt: Winter sicherte sich mit seinem aktuellen Partner Milan Sievers zum dritten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft der Altersklasse U 19.

BEACHVOLLEYBALL.

Zeit, diesen Erfolg auszukosten, bleibt dem früheren Schüler des Freiburger Berthold-Gymnasiums indes nicht: Von Donnerstag an watet Winter mit dem Kieler Sievers bei der U-19-Weltmeisterschaft durch den Sand von Larnaka auf Zypern. Nach dem neunten Platz bei der U-18-Europameisterschaft im vergangenen Jahr befürchtete die deutsche Nord-Süd-Kombi zunächst, in der zypriotischen Hitze den beschwerlichen Weg durch die Qualifikation gehen zu müssen. Doch am Dienstag kam Entwarnung: Winter/Sievers rutschen als eines von zwei deutschen Juniorenteams noch ins Hauptfeld.

Vor dem ersten WM-Auftritt seiner Karriere bleibt der U-18-Europameister von 2014 vorsichtig: "Wir wollen die Gruppenphase gut überstehen und dann bei den K.o.-Spielen mal sehen, was geht", sagt Winter. Das Teilnehmerfeld aus Europa ist ihm weitgehend bekannt, "da müssen wir uns nicht verstecken", schätzt der 1,98 Meter große Abwehrspezialist. Stärke und Spielart der Teams aus den USA oder Brasilien, den Mutterländern dieser seit 1996 olympischen Disziplin, kann er hingegen nicht so recht einstufen. Nachwuchs-Weltmeisterschaften entpuppen sich oftmals als große Wundertüten.

Ist aber vielleicht genau sein Ding. Auf unbekanntem Terrain bewegt sich Winter oft erstaunlich abgeklärt und mutig. Als Winter vor zwei Jahren ins Volleyball-Internat nach Friedrichshafen zog, gab es sowohl sportlich als auch schulisch keine Leistungsdelle. In der Halle zählte der Jugendnationalspieler in der abgelaufenen Zweitliga-Saison bei den Volley-Youngstars Friedrichshafen zu den Leistungsträgern. Das Abitur schloss er in diesem Frühjahr mit der Note 1,8 ab, und weil er mittlerweile auch den Führerschein in der Tasche hat, wären Fahrten von der Familie in Freiburg zu seinem zukünftigen Studienort nach Hamburg auch mit dem Auto denkbar. Im August zieht Winter in die Hansestadt, nachdem er dort im Juli nach auskurierter Knieverletzung bereits einen dreiwöchigen Aufbaulehrgang absolvierte. Winter freut sich auf den Umzug nach Hamburg: "Das ist zwar eine große Veränderung, doch es war geplant, dass ich mich nach zwei Jahren in Friedrichshafen noch mal neu ausrichte."

Gesagt, getan. In Hamburg wird Winter Wirtschaftsingenieurwesen studieren und als Beachvolleyballer mit dem aktuellen Olympia-Duo Böckermann/Flüggen und den Weltserienspielern Schümann/ Thole hochkarätige Trainingspartner vorfinden. Mit Julius Thole hatte sich Winter vor einem Monat bei der U-20-Europameisterschaft den fünften Platz gesichert.

Kenner der Szene sind sich sicher, dass der Freiburger auch bei den Aktiven seine Erfolgsgeschichte fortsetzen wird, wenn er von langwierigen Verletzungen verschont bleibt. Mit dem nationalen Triple bei der U 19, zwei weiteren U-17-Titeln, dem U-17-Bundespokalsieg und dem EM-Titelgewinn hat er im Jugendbereich bereits eindrucksvolle Spuren hinterlassen.

Weitere Platzierungen bei der U-19-DM, Jungen: 8. Niklas Stooß/Jonas Reinhardt (1844/ VC Bad Kreuznach), 25. Julian Schupritt/ Fredrik Frisch (beide 1844). Mädchen: 6. Julika Hoffmann/ Julia Wenzel (SV Kirchzarten/ VC Stuttgart), 25. Jana Grathwol/ Louisa Selb (beide TB Bad Krozingen).