Böhler löst das Olympia-Ticket

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Von dpa

Di, 02. Januar 2018

Skilanglauf

Hotzenwälderin überzeugt mit den Plätzen neun und 15 bei der Tour de Ski / Auch Thomas Bing in Pyeongchang mit dabei.

LENZERHEIDE (dpa/BZ). Zwei komplette und zwei halbe Olympia-Normen sind das Ergebnis des ersten Tour-de-Ski-Drittels. Stefanie Böhler und Thomas Bing machten am Neujahrstag alles klar für Südkorea. Die Erleichterung im Deutschen Ski-Verband ist groß.

Die deutschen Ski-Langläufer werden doch mit einem zahlenmäßig starken Aufgebot zu den Winterspielen reisen. Den Start der Tour de Ski nutzten über den Jahreswechsel gleich vier Athleten, um sich mit Top-15-Ergebnissen ganz oder zumindest teilweise für Olympia in Pyeongchang zu qualifizieren. "Unser Plan, auf die Tour zu setzen, scheint aufzugehen", resümierte Andreas Schlütter, der Sportliche Leiter der Langläufer.

Besonders die Frauen, bei denen die Norwegerinnen Ingvild Flugstad Östberg und Heidi Weng der Konkurrenz in der Gesamtwertung bereits weit enteilt sind, machten auf sich aufmerksam. Die Ibacherin Steffi Böhler, mit 36 Jahren dienstälteste DSV-Läuferin, holte sich mit den Plätzen neun und 15 in den beiden Distanzrennen zu Silvester und am Neujahrstag in der Lenzerheide als dritte Deutsche zum vierten Mal ihr Olympia-Ticket. Besser war noch die bereits zuvor qualifizierte Nicole Fessel (Sechste und Achte).

Die Schonacherin Sandra Ringwald, ebenfalls bereits mit dem Südkorea-Ticket ausgestattet, wurde am Neujahrstag Zehnte. Gemeinsam tanzten sie unmittelbar nach der Ziellinie und freuten sich über das beste Teamergebnis in diesem Winter. "Ich bin mit dem Jahreswechsel sehr zufrieden. So stelle ich mir das immer vor", lobte Frauen-Trainer Torstein Drivenes seine Athletinnen.

Böhler hatte am Neujahrstag gezittert. "Ich habe versucht zu zählen, wie viele vor mir sind. Endlich hört nun die Fragerei auf, wann ich denn Olympia schaffe", sagte sie erleichtert und bedankte sich bei ihren Teamkolleginnen. "Das war von uns taktisch richtig gut. Eigentlich wollten wir nach vorn noch ein bissel angreifen. Aber das ließ die Strecke nicht zu", berichtete die Schwarzwälderin.

Auch Nicole Fessel war erleichtert. "So langsam kommt die Form. Ich hatte so einen schwierigen Sommer und wollte zwei-, dreimal alles hinwerfen. Und jetzt geht es endlich wieder", meinte die 34 Jahre alte Oberstdorferin.

Das empfand auch Thomas Bing so. "Ich kann’s gar nicht richtig fassen", sagte der Thüringer. Zweimal war er förmlich über sich hinausgewachsen und bescherte mit den Plätzen 15 und elf den DSV-Männern den ersten Olympia-Startplatz. "Ich war nach der halben Norm zu Silvester sehr ruhig, eigentlich zu ruhig", erzählte Bing. Er hatte im Verfolgungsrennen über 15 Kilometer in der freien Technik das Glück, einer großen Gruppe anzugehören. "Das Glück wäre aber beinahe in Pech umgeschlagen, denn die Jungs haben ein Höllentempo angeschlagen. Erst kurz vor Schluss war ich mir sicher, dass ich den Anschluss halten kann", sagte Bing.

Hinter ihm klafft im Team aber eine große Lücke. Unbeständigkeit ist die einzige Beständigkeit der deutschen Männer. "Vielleicht öffnet Bingos Leistung jetzt einige Knöpfe", hofft Männer-Trainer Janko Neuber. Die Massenstartrennen in Oberstdorf am 4. und in Val di Fiemme am 6. Januar bieten gute Möglichkeiten.

In der Gesamtwertung peilt unterdessen der Schweizer Dario Cologna seinen vierten Gesamtsieg bei der Tour de Ski an. Er sicherte sich mit eindrucksvollen Vorstellungen die Siege in beiden Distanzrennen in der Schweiz und führt vor Vorjahrssieger Sergej Ustjugow aus Russland. Nach einem Reise- und Ruhetag wird die Tour am Mittwoch in Oberstdorf mit einem Klassiksprint fortgesetzt.