Nordische Kombination

Fabian Rießle aus St. Märgen springt und läuft in Oslo auf Platz zwei

sid/str

Von sid & Andreas Strepenick

So, 11. März 2018 um 18:47 Uhr

Nordische Kombination

Fabian Rießle stürmte durch die Qualmwolken der grillenden Fans, bis zur Privataudienz bei König Harald reichte seine Aufholjagd aber nicht ganz.

Mit Rang zwei am legendären Holmenkollen in Oslo hat der Team-Olympiasieger von der Skizunft Breitnau einmal mehr seine Topform bewiesen. Der Sieg vor Tausenden Zuschauern ging aber an den Japaner Akito Watabe, der seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute und zur Belohnung in die Königsloge durfte, wo Sportfan Harald V. höflich gratulierte.

"Das hat richtig Spaß gemacht. Es waren brutal viele Leute hier. Die sind total verrückt, machen an der Strecke Feuer – da war immer wieder Qualm in der Luft", sagte Rießle, der sich im Ziel erst einmal die Augen rieb. 18 Tage nach Einzel-Silber bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang fehlten dem 27-Jährigen aus St. Märgen 15,5 Sekunden zu seinem zweiten Weltcuperfolg des Winters. Das erste Oslo-Podium seiner Karriere fühlte sich dennoch wie ein Sieg an.

"Heute war ein sehr, sehr guter Tag für mich. Am Ende hatte ich zum Glück noch Kraft", sagte Rießle, der am Samstag von Rang acht in die Loipe gegangen war und dort fast das gesamte Feld schluckte. "Er hat sich das Rennen sehr gut eingeteilt. Am Ende hat er sich lösen können – das ist ein toller zweiter Platz", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Rang drei ging an den Österreicher Mario Seidl. Zweitbester Deutscher war der nicht für Olympia nominierte Manuel Faißt als Sechster. Faißt lebt in Freiburg und startet für den SV Baiersbronn. Die Einzel-Olympiasieger Johannes Rydzek (Oberstdorf) und Eric Frenzel (Oberwiesenthal) hatten dagegen schon auf der Schanze jede Siegchance verspielt und kamen auf den Rängen acht und zehn ins Ziel. Beide waren mit fast zwei Minuten Rückstand in die Loipe gegangen.

"Selbst ein Monsterlauf hilft mir nicht mehr", hatte Rydzek schon vor dem Start gesagt. Rydzek kassierte damit auch im Kampf um den Gesamtweltcup einen empfindlichen Rückschlag. Mit 632 Punkten bleibt der Allgäuer Dritter hinter Watabe (1050) und dem Norweger Jan Schmid (949), der Rang vier belegte. "Ich sehe da keine Chance mehr. Das ist nicht zu machen", sagte Weinbuch zu Rydzeks Chancen. Rießle (631) ist nun Vierter, Titelverteidiger Frenzel (434) Achter. Frenzel hat damit auch theoretisch keine Chance mehr, zum sechsten Mal in Folge die Kristallkugel zu holen.

Auch die übrigen DSV-Starter blieben vor allem auf der Schanze hinter den Erwartungen zurück. Routinier Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), der in Pyeongchang nicht über die Rolle des Zuschauers hinausgekommen war, musste sich mit dem 22. Platz begnügen. Team-Olympiasieger Vinzenz Geiger (Oberstdorf) verzichtete nach einem verkorksten Sprung sogar auf den Start im Langlauf.

In zwei Wochen werden die weltbesten Kombinierer in Schonach ihr Weltcup-Finale bestreiten. Die Qualifikation zum ersten Einzelwettkampf im Schwarzwald beginnt am Freitag, 23. März, um 16 Uhr auf der Langenwaldschanze. Der traditionelle Schwarzwaldpokal findet dann am Samstag, 24. März, um 12 Uhr (Skispringen) und 14.15 Uhr (Skilanglauf) statt. Der letzte Weltcup der Saison beginnt am Sonntag, 25. März, um 10 Uhr (Skispringen) und endet mit dem Skilanglaufrennen um 13 Uhr im Skistadion Wittenbachtal.

Alle Informationen auf http://www.schwarzwaldpokal.de