Noch ist Luft nach oben

Andreas Strepenick und Nikolai Kirner

Von Andreas Strepenick & Nikolai Kirner

Sa, 24. März 2018

Nordische Kombination

Fabian Rießle wird 21. in der Qualifikation zum Weltcup der Kombinierer in Schonach.

SCHONACH. Alle zehn deutschen Starter haben sich für den Weltcup der Nordischen Kombinierer an diesem Samstag in Schonach qualifiziert. Allerdings glänzten sie in der Qualifikation auf der Langenwaldschanze am Freitag nicht gerade mit Top-Leistungen. Der 25-jährige Tobias Simon von der Skizunft Breitnau erzielte mit 92,5 Metern und Rang 18 das beste Ergebnis unter den Athleten des Deutschen Ski-Verbandes (DSV). Dreifach-Olympiasieger Eric Frenzel aus Oberwiesenthal wurde 20., Fabian Rießle aus St. Märgen reihte sich gleich dahinter auf Rang 21 ein.

Vor allem auf Rießle, dem zweiten Vertreter der Skizunft Breitnau beim Weltcup-Finale, ruhen die Hoffnungen der Schwarzwälder Fans. Der Team-Olympiasieger von Pyeongchang gewann zuletzt drei Weltcups in Serie. Seine Zuneigung zur schwierig zu springenden Langenwaldschanze ist allerdings sehr überschaubar ("eine Liebe wird das nicht mehr"). Auch an diesem Freitag räumte Rießle ein, dass sprungtechnisch noch Luft nach oben sei. "Ein bisschen Steigerung für den Wettkampf am Samstag wäre nicht schlecht", sagte der 27-Jährige der Badischen Zeitung. Die Qualifikation an sich hat für den Schwarzwälder noch keine große Bedeutung. Entscheidend für die Startzeit im Skatingrennen ist der Wettkampfsprung am Samstag. Es sei denn, die äußeren Bedingungen lassen keinen Sprunglauf zu. Dann würde die Platzierung in der Qualifikation als sogenannter Pocket Jump für die Berechnung der Startreihenfolge im Langlauf herangezogen. Die Wetterprognosen sind aber gut.

Der Gewinner des Gesamtweltcups steht schon seit Sonntag fest. Der Japaner Akito Watabe ist nicht mehr einzuholen. Rießle kann sich noch eine kleine Chance auf Rang zwei ausrechnen. Der Norweger Jan Schmid hat freilich bereits 92 Punkte Vorsprung auf den Schwarzwälder. Rießle müsste also in seiner Heimat zweimal über sich hinauswachsen, Schmid hingegen an beiden Tagen ein schwaches Resultat abliefern – was nicht unbedingt wahrscheinlich ist. Der traditionelle Schwarzwaldpokal, eine der ältesten Trophäen im Nordischen Skisport, könnte theoretisch dauerhaft in den Besitz eines Athleten übergehen. Er wird an diesem Samstag als Weltcup ausgetragen. Gewinnt Eric Frenzel, wäre dies sein dritter Erfolg in Serie – nach 2016 und 2017. Dann dürfte er als Erster überhaupt den Pokal mit nach Hause nehmen. Doch der Oberwiesenthaler ist nach der langen Saison ausgepowert und dankbar, wenn sie vorbei ist.

Der Doppel-Weltcup beginnt an diesem Samstag um 12 Uhr mit einem Sprung von der Langenwaldschanze. Das Langlaufrennen über zehn Kilometer wird um 14.15 Uhr im Skistadion Wittenbachtal gestartet. Der zweite Weltcup in Schonach wird zugleich der letzte in diesem Winter sein. Er beginnt am Sonntag um 10 Uhr mit zwei Sprüngen von der Langenwaldschanze. Das Skilanglaufrennen über 15 Kilometer – ein nur noch selten verwendetes Format – wird der Weltelite aus 15 Nationen noch einmal alles abverlangen. Es wird um 13 Uhr gestartet (ZDF und Eurosport).