Skilanglauf

Schwarzwälderin Sandra Ringwald stürzt im Finale – und wird Sechste

dpa und gg

Von dpa & Georg Gulde

Sa, 30. Dezember 2017 um 16:04 Uhr

Skilanglauf

Sandra Ringwald vom Skiteam Schonach-Rohrhardsberg wird beim Sprint in Lenzerheide zum Auftakt der Tour de Ski Sechste. Ein Sturz verhinderte ein noch besseres Resultat.

Ringwald, die als einzige deutsche Langläuferin bereits für die Olympischen Spiele vom 9. bis 25. Februar in Südkorea qualifiziert war, holte als Sechste im Freistil-Sprint das beste Saisonergebnis für den Deutschen Ski-Verband (DSV) im Langlauf. Als Zehnte und Zwölfte sicherten sich zudem Hanna Kolb und Victoria Carl beim Überraschungssieg der Schweizerin Laurien van der Graaff gleich zum Tour-Start halbe Olympia-Normen. Für die deutschen Männer war am Samstag dagegen bereits nach der Qualifikation Endstation. Den Sprinterfolg von Vorjahressieger Sergej Ustjugow aus Russland konnten sie ungewollt entspannt bereits im Mannschaftsquartier am Fernseher verfolgen.

Trainer ist happy, Ringwald nicht

"Heute bin ich zum ersten Mal in dieser Saison so richtig zufrieden. Wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, dass drei Mädels unter die besten Zwölf kommen, ich hätte es sofort unterschrieben", sagte Torstein Drivenes, der norwegische Trainer der deutschen Skilangläuferinnen. Er war glücklicher als Sandra Ringwald, denn die Schwarzwälderin wurmte ihr Final-Lauf mächtig. "Da ging so etwa alles schief, was schiefgehen kann. Ich war viel zu hektisch, musste einmal durch den Tiefschnee, dann hat es mich aus der Kurve getragen, so dass ich nicht mehr wusste, welche Spur ich nehmen soll und schließlich bin ich noch über meinen eigenen Skistock gestürzt", fasste sie den Lauf zusammen und ergänzte: "Wenn ich sehe, dass Laurien gewinnt und Sophie Caldwell Zweite wird, dann kann ich mir ausrechnen, wo ich gelandet wäre. Da ist dann schon ein weinendes Auge dabei", sagte Ringwald.

Stefanie Böhler landet auf Rang 28

Bei Kolb und Carl gab es nur glückliche Gesichter. "Das war mein bester Wettkampf seit langem", sagte Hanna Kolb. Carl erreichte erstmals in ihrer Laufbahn ein Sprint-Halbfinale. "Lenzerheide liegt mir. Hier habe ich meinen ersten Weltcup-Punkt geholt und nun die halbe Olympia-Norm. Ich freue mich auf die beiden nächsten Etappen hier", sagte die Thüringerin.

Stefanie Böhler aus Ibach im Hotzenwald, die einzige Athletin unter den Startern bei der Tour de Ski, die in allen elf vorherigen Jahren bei der Rennserie dabei gewesen ist, schied im Viertelfinale aus und wurde 28.

Schwaches Abschneiden der deutschen Männer

Die deutschen Männer hoffen dagegen auf einen Aufschwung bei den Distanzläufen. "Sebastian Eisenlauer lag bei Halbzeit der Qualifikation auf Platz 15. Doch da hatte er sich komplett übernommen und ist dann eingebrochen", analysierte Männer-Trainer Janko Neuber. Und bei Thomas Bing fehlten wieder nur ein paar Zehntelsekunden, um erstmals ins Viertelfinale zu kommen. "Leider fehlen die eben immer", sagte Neuber.

Die Schwarzwälder Andreas Katz (SV Baiersbronn) und Janosch Brugger (SV Schluchsee) wurden 65. und 80.

Die zweite Etappe führt am Silvestertag über 10 beziehungsweise 15 Kilometer im klassischen Stil.