Werden Russen von WM ausgeschlossen?

sid

Von sid

Mo, 23. Januar 2017

Biathlon

Biathlon-Weltverband beruft nach Druck der Weltcup-Athleten außerordentlichen Kongress ein.

ANTHOLZ (sid/BZ). Am Sonntagmorgen hat der Biathlon-Weltverband (IBU) beim Weltcup in Antholz die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses angekündigt – überraschend soll der noch vor der WM in Hochfilzen (9. bis 19. Februar) stattfinden. Nach der Krisensitzung des IBU-Vorstands am Vorabend, bei der es vor allem um das angebliche Staatsdoping der Russen und damit um 31 belastete Biathleten aus dem Riesenreich des Vladimir Putin gegangen war, hatte es danach wahrlich nicht ausgesehen. IBU-Präsident Anders Besseberg hielt sich eher bedeckt.

Die Athletenmeinung war ausschlaggebend für die Kurskorrektur des Weltverbandes, der auch am Sonntag kein gutes Bild abgab. Besseberg behauptete ernsthaft, die Funktionäre hätten "leider erst später erfahren, dass die Athleten noch vor dem WM die Änderungen wollten". Die Information sei "zu spät durchgedrungen", sagte der Norweger.

Seit der Veröffentlichung des Reports von Chefermittler Richard Mc Laren wurden von 31 belasteten russischen Biathleten bisher lediglich zwei gesperrt. Nur gegen sieben wird weiter ermittelt. Mangels Beweisen, teilte die IBU mit, mussten 22 Verfahren eingestellt werden. Details sind unbekannt. Um aber immerhin Klarheit im Fall der weiterhin sieben Beschuldigten zu schaffen, forderte die IBU den russischen Verband (RBU) zu einer Stellungnahme diesbezüglich bis zum 5. Februar auf. Die RBU, gegen die zudem ein formelles Verfahren eingeleitet wurde, muss ebenso ihre Rolle im Dopingskandal darlegen. Sollte dies wenig überzeugend und entlastend sein, droht sogar ein Komplettausschluss – der zuvor von einem Außerordentlichen Kongress abgesegnet werden muss.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist jedenfalls von der Mitwisserschaft höchster Verantwortungsträger im Skandal überzeugt, er forderte drastische Strafen. "Wenn sich bestätigen sollte, dass es in Russland Staatsdoping gegeben und das russische NOK damit gegebenenfalls eindeutig gegen die IOC-Charta verstoßen hat, muss sich das IOC mit einem Ausschluss des gesamten NOK mindestens für Pyeongchang (Winterspiele 2018 – Anmerkung der Redaktion) beschäftigen", sagte Hörmann.