Zehnkämpfer Arthur Abele holt Gold

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Von dpa

Do, 09. August 2018

Leichtathletik

Bei der EM gewinnen zudem Christina Schwanitz und Fabian Heinle Silber / Zwei südbadische Athleten erreichen locker das Finale.

BERLIN/FREIBURG (dpa/gg). Der Ulmer Arthur Abele hat im Zehnkampf die erste Goldmedaille für die deutschen Leichtathleten bei der Europameisterschaft in Berlin gewonnen. Der 32-Jährige verteidigte am späten Mittwochabend seine Führung im abschließenden 1500-Meter-Lauf und wurde der älteste Zehnkampf-Europameister der Geschichte.

Abele setzte sich mit 8431 Punkten mit 110 Zählern Vorsprung auf den unter neutraler Flagge startenden Russen Ilja Schkurenjow durch. Dritter wurde der Weißrusse Vitali Schuk mit 8290 Punkten. Der frühere Junioren-Weltmeister Niklas Kaul kam auf einen starken vierten Platz mit 8220 Punkten. Abele ist der fünfte deutsche Zehnkampf-Europameister, zuletzt holte Pascal Behrenbruch 2012 Gold. Der Brite Tim Duckworth, der bis zur achten Disziplin fast immer vorn gelegen hatte, fiel nach einem schwachen Speerwurf und einem sehr mäßigen 1500-Meter-Lauf auf Rang fünf zurück mit 8160 Punkten.

Christina Schwanitz hat den dritten Titelgewinn in Serie im Kugelstoßen bei der EM verpasst. Mit 19,19 Metern musste sich die 32-jährige Chemnitzerin im Finale am Mittwoch Paulina Guba aus Polen geschlagen geben. Guba übertraf Schwanitz mit 19,33 Metern im letzten Versuch. Dritte wurde die Weißrussin Aiona Dubitskaja mit 18,88 Metern. Sara Gambetta aus Halle landete mit 18,09 Metern auf Rang fünf.

In einem Final-Krimi mit reichlich Verwirrung hat Weitspringer Fabian Heinle vom VfB Stuttgart überraschend die Silbermedaille gewonnen. Der 24-Jährige kam zweimal auf die persönliche Saison-Bestleistung von 8,13 Metern. Wegen eines möglichen Fehlers in der Messung des vierten Versuchs von Heinle legte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zudem Protest ein. Gold sicherte sich der Grieche Miltiadis Tentoglou (8,25). Sergej Nykyforow aus der Ukraine kam wie Heinle auf 8,13 Meter, brachte aber einen schlechteren zweiten Versuch in die Wertung ein und gewann damit Bronze. Erst im letzten Sprung sprang Heinle, der ebenso wie Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch von Tamas Kiss trainiert wird, erneut seine Topweite und schob sich damit wieder am Ukrainer vorbei.

2012-Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting hat seine letzte internationale Meisterschaft im Berliner Olympiastadion vor 37 000 feiernden Zuschauern mit einem achtbaren sechsten Platz und einer Weite von 64,33 Metern beendet. Zwischenzeitlich lag Harting sogar auf Rang drei. Europameister wurde der Litauer Andrius Gudzius mit 68,46 Metern.

Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter von der LG Offenburg mit der besten Qualifikationsweite von 87,39 Metern, der deutsche Meister Andreas Hofmann (Mannheim/82,36) und Thomas Röhler (Jena/85,47) zogen ins Finale am Donnerstagabend (20.22 Uhr) ein.

"Ich muss jetzt erst mal zum Physio", erklärte der 25-jährige Johannes Vetter. Beim Einwerfen war der Athlet, der in dieser Saison schon wegen einer Oberschenkelverletzung rund sechs Wochen keine Wettkämpfe bestritt, leicht umgeknickt und hatte sich dabei Bänder überdehnt.

Konzentration gehört zu den Stärken von Marie-Laurence Jungfleisch. Die 27-Jährige, die in Freiburg aufwuchs und nun in Stuttgart lebt, lieferte dann auch eine starke Qualifikation im Hochsprung ab. 1,81, 1,86 und 1,90 Meter meisterte die WM-Vierte von 2017 jeweils im ersten Versuch. Und da über letztere Höhe nur zehn weitere Athletinnen drüber kamen, musste Jungfleisch gar nicht mehr die eigentliche Quali-Höhe von 1,92 Meter in Angriff nehmen. Die sechsmalige deutsche Freiluftmeisterin steht damit im Finale am Freitag (19.22 Uhr) beginnt. Im Gegensatz zu Elena Vallortigara: Die Italienerin, in diesem Jahr schon über 2,02 Meter und damit sechs Zentimeter höher als Jungfleisch gesprungen, schied als einzige der Medaillenkandidatinnen aus.

Leichtathletik-EM heute, Finals: Stabhochsprung Frauen (19.20 Uhr); 400 Meter Hürden Männer (20.15 Uhr); Speerwerfen Männer, u.a. mit Johannes Vetter von der LG Offenburg (20.22 Uhr); 200 Meter Männer (21.05 Uhr); 3000 Meter Hindernis Männer (21.20 Uhr); 100 Meter Hürden Frauen (21.50 Uhr). Qualifikation, u.a. 800 Meter der Männer mit Christoph Kessler aus Donaueschingen (11.37 Uhr).