Aus Freiburger Sicht ist kein WM-Spektakel zu erwarten

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mi, 05. September 2018

Mountainbike

Mountainbiker der Region starten mit überschaubaren Aussichten bei den Welttitelkämpfen in Lenzerheide.

MOUNTAINBIKE (goll). Mit dem Staffelrennen für die Mannschaft beginnt heute, Mittwoch, die 29. Weltmeisterschaft in Lenzerheide/Schweiz. Die Freiburger Adelheid Morath und Martin Gluth gehen am Samstag in den Elite-Rennen auf die Strecke, genauso wie Georg Egger vom Kirchzartener Lexware-Team.

Für Adelheid Morath sind die Vorzeichen vor ihrer 16. WM-Teilnahme alles andere als gut. Nachdem schon das Frühjahr mit zwei Knochenbrüchen fatal verlief, tauchte zwei Wochen vor der WM ein Magen-Darm-Infekt auf, der ihr vergangene Woche auch noch jegliches intensive Training unmöglich machte. Klar, dass das Selbstvertrauen angekratzt ist.

"Seit März versuche ich zurückzukommen, aber du bist halt Mensch und keine Maschine", sagt Morath und lässt spüren, dass die vielen Rückschläge schon am Rennfahrer-Gemüt nagen. "Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten." Dabei scheint die Form prinzipiell gar nicht schlecht. Eine Prognose für das Frauenrennen fällt deshalb schwer.

Im Gegensatz zu Morath liegt Martin Gluth der 4,2 Kilometer lange Kurs an der Rothorn-Bahn. Der begnadete Fahrtechniker Gluth kommt mit dem vielen Wurzelwerk und den Sprüngen in Lenzerheide gut zurecht. "In erster Linie freue ich mich, dass ich mich qualifiziert habe", sagt Gluth vor seiner dritten WM-Teilnahme. "Das war so vor der Saison nicht absehbar. Auf der Strecke dort hatte ich immer ein gutes Gefühl." Ein Top-30-Resultat wäre am Samstag für ihn ein Schritt in die richtige Richtung – genau wie für Georg Egger (Aichen). Auch er versucht sich Richtung Olympia 2020 aufzubauen. Nach seinem Leistungseinbruch beim Weltcup in La Bresse will er nun "erst im Ziel maximal blau sein und nicht schon nach drei Runden".

Sein U-23-Teamkollege Max Brandl gehört zu den fünf deutschen Fahrern in der Staffel. Der deutsche U-23-Meister hofft dort einen Hinweis auf seine Verfassung zu bekommen. Dass es zuletzt in La Bresse nicht so gut lief, habe ziemlich sicher am Bike Giro gelegen, also an der fehlenden ausreichenden Erholung nach den vier Tagen im Hochschwarzwald.

Teamgenosse Luca Schwarzbauer ist optimistisch nach Graubünden gefahren. Wenn er weder Plattfuß, noch Schuh- und Atemprobleme hat wie in La Bresse, könnte der Nürtinger im U-23-Rennen die Top Ten anvisieren. Ihm liegt die Strecke in Lenzerheide ebenfalls. Dort fuhr er sein bis dato bestes Weltcup-Resultat ein. In Vinzent Dorn wäre noch ein dritter Lexware-Fahrer bei der U 23 dabei gewesen, doch der Kirchzartener fällt mit Pfeifferschem Drüsenfieber erst mal aus.

Bei den Junioren steht im Saarländer Lars Hemmerling ein weiterer Lexware-Fahrer am Start. Nach schwierigem Frühjahr ging die Leistungskurve steil nach oben. Der Schlaks ist vor seiner WM-Premiere optimistisch: "Die Form passt, das Gefühl ist echt super", sagt Hemmerling.

Der Zeitplan der WM im Cross-Country: Mittwoch, 17.30 Uhr: Staffelrennen Mannschaft. Donnerstag, 14 Uhr: Juniorinnen, 16.30 Uhr: Junioren. Freitag, 14.30 Uhr: U 23 Frauen, 16.30 Uhr: U 23 Männer. Samstag, 12.30 Uhr: Frauen, 15.30 Uhr: Männer.