"Bei einem Rennen hab’ ich mal zu früh gejubelt"

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Fr, 24. August 2018

Mountainbike

WARMLAUFEN mit Mountainbiker Tim Meier / Rheinfelder vor dem Weltcup im französischen La Bresse im BZ-Fragebogen.

MOUNTAINBIKE (uwo). Das Glück gepachtet hatte Tim Meier in dieser Mountainbike-Saison bislang nicht. Ein Virus schleppte sich durch die letzten Monate, der 19-Jährige konnte zwar seine kaufmännische Ausbildung abschließen, fuhr aber nur wenige Rennen. In La Bresse (Vogesen) am Sonntag (10.15 Uhr) ist Meier nun erstmals in dieser Saison im Weltcup am Start (U 23). Zuvor stand er für den BZ-Fragebogen Rede und Antwort – auch zu Nichtsportlichem.

» Als Kind wollte ich werden: Polizist oder Physiotherapeut. Einerseits die Vielfalt bei der Polizeiarbeit, und bei den Physios die Verbindung zum Sport.
Mein Lieblingsfußballclub? Ich bin kein ausgewiesener Fußballfan, bin aber schon ein Anhänger des SC Freiburg. Ich gehe hin und wieder ins Stadion, freue mich vor allem über die Gemeinschaft. Und wenn man mal im Urlaub in Norddeutschland zum Beispiel ist, hat man schnell ein gemeinsames Gesprächsthema, weil man SC-Fans ja überall trifft.
» Der beste Mountainbiker aller Zeiten? Mein Favorit ist Julien Absalon. Er ist für mich herausragend, weil er den Wechsel in die heutige Zeit perfekt hinbekommen hat. Früher musste man die Rennen ja auf normalen Waldwegen fahren, heute ist alles sehr anspruchsvoll im technischen Bereich. Und: Er ist einfach ein netter Kerl.
Mein größte Stärke beim MTB? Mein Biss, über die Leistungsgrenze hinauszugehen.
» Mein Lieblingsurlaubsziel? Grundsätzlich die Berge. Nicht mur mit dem Bike, auch zu Fuß.
Lieblingslektüre?
Das Buch American Sniper und Erfahrungsberichte von Bergsteiger Reinhold Messner.
» Meine peinlichste Szene bei einem Wettkampf: Zu früh gejubelt! Vor rund drei Jahren bei einem BMC-Rennen in Solothurn fuhren wir zu dritt ins Stadion, auf der Zielgeraden waren wir noch zu zweit. Dann lag ich vorn, schaue ich mich noch um, und in dem Moment als ich schon juble, zieht mein Konkurrent vorbei. Am Ende lag er 18 Tausendstelsekunden vor mir.
Auf meinem Mp3-Player fehlt auf keinen Fall: 80er und Rock, zum Beispiel die Scorpions. Und Aprés-Ski-Ballermann-Hits.
» Welche Superkraft hätten Sie gerne? Glückhaben. Bei der Gesundheit, Familie, beim Sport.
Die beste Erfindung? Nutella. Esse ich oft und in großen Mengen. Müsli, Porridge esse ich auch mal zum Frühstück. Dann aber auch mit Nutella.
» Ritual vor dem Wettkampf? Drei Minuten vor dem Start mache ich drei Glückssprünge, dabei immer mit einer Hand am Lenker und einer am Sattel. Vor einem meiner ersten Rennen habe ich das gemacht, es lief gut und später hat mein Vater irgendwann gesagt: "Komm’ mach’ die Glückssprünge."
Immer essen könnte ich: Rinderrouladen mit Rotkraut, Preiselbeeren, Spätzle und Schwabensand. Von der Oma.
» Ungemütlich werde ich, wenn... ich Hunger habe. Dann ist es mit mir nicht lustig.
Im TV verpasse ich nie: Alarm für Cobra 11.
» Eine Macke von mir? Ich hänge mich oft an kleinen, eigentlich total unwichtigen Dingen auf. Manchmal stundenlang. Wenn ich zum Beispiel ein schiefes Bild sehe, muss ich aufstehen und es gerade hängen. Weil es mich nervt.
Als Rheinfelder Bürgermeister würde ich... das Radwegenetz verbessern und ausbauen. Ich würde zum Beispiel eine Unterführung beim Radweg am Blauen Bock bauen lassen, da gibt es so viele Unfälle. Wenn dort der Mais hochsteht, siehst du nichts.
» Mein letztes Konzert? Pur, in Freiburg.
Sportart in der ich talentfrei bin: Alles, was mit Bällen zu tun hat.
» Bernd Ebler ist ein super Trainer, aber... beim Wintertrainingslager kennt er kein Erbarmen. Um fünf müssen alle raus, Sonnenaufgang am Herzogenhorn und das Schneeschuhlaufen sind Pflicht.
Am Sonntag beim Weltcup... würde ich mich gerne gut im Feld etablieren. Wird schwer. Es ist mein erster Weltcup 2018 und es sind halt alles Vollprofis dort.