Breitnauer Sprinter bei der EM

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Fr, 27. Juli 2018

Mountainbike

Die Erinnerungen aus den Rennen bei der Weltmeisterschaft in China nützen wollen Heiko Hog und Simon Gutmann in Graz.

MOUNTAINBIKE. Es ist eine wilde Hatz, bei der es keine Chance zum Verschnaufen gibt. Am Freitag stehen in der Innenstadt von Graz die Europameisterschaften im Eliminator-Sprint auf dem Programm. Mit dabei ist auch ein Breitnauer Trio: Heiko Hog, Simon Gutmann und David Horvath.

Am Karmeliterplatz, nahe des Schloßbergs im österreichischen Graz, wird am Freitagabend von 18.30 Uhr an in den Finalläufen der Europameisterschaft im Eliminator-Sprint übers Weiterkommen und schließlich über Medaillen gejubelt. Am Samstagnachmittag gibt es eine Neuauflage des Sprint-Spektakels – bei einem Sprint-Weltcup. Für die Sprint-Spezialisten ist die Grazer City eine schöne Bühne für ihren Sport. Weil der 650 Meter lange Kurs durch die Ballhaus-Gasse und über den Freiheitsplatz vermutlich sehr schnell sein wird, geht Heiko Hog davon aus, dass die Überholmöglichkeiten eher rar gesät sind.

"Bei einem Stadtkurs ist der Start meist entscheidend, das spielt mir in die Karten", meint der Breitnauer aus dem von Andrea Gutmann geleiteten Team Freiburger Pilsner-Merida. Als Heiko Hog 2015 in Italien Vize-Europameister wurde, ging es beim Sprint zum größten Teil auf Asphalt dahin.

Was seine aktuelle Verfassung angeht, ist Heiko Hog, der im November 2017 bei der Weltmeisterschaft im chinesischen Chengdu auf Rang sieben sprintete, eigentlich ganz zuversichtlich. Das Abschneiden bei der Cross-Country-DM und Rang 28 am vergangenen Sonntag stellte ihn allerdings nicht zufrieden. "Ich hatte mir mehr erhofft, aber vielleicht habe ich am Anfang ein wenig überzogen und bin deshalb das ganze Rennen mit Standgas gefahren", blickt der Breitnauer zurück. In der letzten DM-Vorbereitungsphase war Hog tagsüber in einem Ferienjob beschäftigt. So war Training nur in den Abendstunden möglich. "Das Pensum habe ich nicht gesteigert, aber ich habe auf ein Programm zurückgegriffen, das bisher immer funktioniert hat", so der Breitnauer. "Mein Ziel ist es, an einem von beiden Tagen in Graz auf jeden Fall ins Halbfinale zu kommen. Dann ist im Sprint vieles möglich."

"Ich hoffe, dass ich

alles abrufen kann und

das Material mitspielt."

MTB-Sprinter Simon Gutmann
Hogs Teamkollege Simon Gutmann hat es am Sonntag bei der DeutschenCross-Country-Meisterschaft übel erwischt. Gutmann knallte gegen einen Baum und demolierte sein Bike. Zwei Tage danach hatte er immer noch "ziemliche Nackenschmerzen und ein paar gute Prellungen", wie er sagte. "Ich will auf jeden Fall am Freitag starten. Wenn man den Sturz mal außer acht lässt, habe ich eine ganz gute Form." Er habe an ein paar Defiziten aus der vergangenen Saison gearbeitet, so Simon Gutmann. "Leistungsmäßig wäre auf jeden Fall viel möglich", so der junge Breitnauer. "Ich hoffe einfach, dass ich mal alles abrufen kann und das Material mitspielt." Ihmeilt ein wenig der Ruf voraus, Trainingsweltmeister zu sein, jedenfalls berichten seine Trainingsgefährten davon, wie Gutmann da immer wieder der Schnellste ist. Prinzipiell freut sich Gutmann, bei der EM dabei sein zu können. "Es ist immer eine sehr große Ehre die deutschen Farben vertreten zu dürfen."

Der deutsche Vize-Meister David Horvath vom Stevens-Racing-Team, der in Breitnau wohnt, will in Graz ebenfalls seine Sprint-Qualitäten beweisen. Allerdings laboriert er weiter an Knie-Problemen, die ihn auch hindern, Cross-Country-Rennen zu fahren. "Außerdem habe ich in den vergangenen sechs Wochen eine Klausuren-Phase gehabt, so dass ich nicht viel zustande bekommen habe", bekennt Horvath. Auch in dieser Woche stand noch mal eine Klausur auf dem Programm. Die EM und den Weltcup in Graz will er aber dennoch bestreiten, um "wieder ein Gefühl für den Wettkampf zu bekommen." Zwei Sprints innerhalb von 24 Stunden, das gab es in der Geschichte dieser jungen MTB-Sportart noch nie. Der Deutsche Meister Simon Gegenheimer verzichtet heute auf einen EM-Start und konzentriert sich auf das Weltcup-Rennen am Samstag.