Hochschwarzwälder dominieren beim Bike Giro

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Sa, 18. August 2018

Mountainbike

Adelheid Morath und Simon Stiebjahn liegen bei dem Mountainbike-Etappenrennen in Führung / Heute und morgen die Etappen drei und vier in Grafenhausen.

MOUNTAINBIKE. Auf den ersten beiden Etappen des Mountainbikerennens Rothaus Bike Giro führte am Feldberg kein Weg an den Hochschwarzwäldern vorbei. Adelheid Morath und Simon Stiebjahn gewannen jeweils an beiden Tagen und gehen mit deutlichem Vorsprung auf die beiden verbleibenden Etappen heute und morgen in Grafenhausen (Start jeweils 10 Uhr).

Die beiden Vorjahressieger gaben am Donnerstag beim Prolog und am Freitag auf einer Etappe über 59 Kilometer vom Feldberg über Stollenbach, Stübenwasen, Todtnau und Menzenschwand klar den Ton an. Die St. Märgenerin Adelheid Morath gewann das Auftakt-Zeitfahren über zehn Kilometer mit 21 Sekunden Vorsprung auf die Österreicherin Christina Kollmann-Forstner und 44 Sekunden vor Olympiasiegerin Sabine Spitz (Murg-Niederhof). "Dass es da gleich in einen steilen Anstieg hinein ging, das kam mir sicher entgegen", sagte Morath am Donnerstagabend zufrieden. Dass ihr Sieg kein Zufall war, das unterstrich sie auf der zweiten Etappe gestern. Bis Kilometer 25, als Todtnau passiert wurde, lag sie gemeinsam mit Spitz und Kollmann-Forstner in Führung, die südafrikanische Meisterin Robyn de Groot lag 15 Sekunden dahinter. Doch dann zündete Morath im Anstieg Richtung Bernauer Kreuz den Turbo, legte den "Berg-Modus" ein, wie Sabine Spitz das später nannte. "Ich habe vorher schon gemerkt, dass ich in den steileren Passagen stärker bin", erklärte Morath, "und habe dann in Todtnau attackiert."

"Die Form ist gut, es hätte nicht besser laufen können."

Adelheid Morath
Sie strampelte bis ins Ziel am Seebuck 3:58 Minuten Vorsprung auf Kollmann-Forstner heraus, so dass sie mit 4:19 Minuten Differenz in die beiden Etappen mit Start und Ziel in Rothaus geht. "Die Form ist gut, es hätte nicht besser laufen können", sagte eine gut gelaunte Adelheid Morath.

Nicht weniger erfreut war Simon Stiebjahn nach der zweiten Etappe. Der Streckenchef der Veranstaltung wusste schon am Donnerstag ziemlich genau, was auf ihn auf den zehn Kilometern im Prolog zukam und auch wie er das angehen wollte. Der Plan ging nicht ganz auf. "Ich wollte am zweiten Anstieg zum Herzogenhorn noch mal zulegen, aber das ging nicht. Da befürchtete ich schon, dass ich zu schnell angegangen bin", gestand Stiebjahn. Doch als er vor sich den dreifachen Etappensieger des Vorjahres, den Münstertäler Julian Schelb, dahinkurbeln sah, da war ihm klar: "So schlecht kann es nicht sein." War es auch nicht, denn Stiebjahn war der Schnellste an diesem Tag im Einzelzeitfahren, 27 Sekunden vor dem Deutschen U-23-Meister Max Brandl vom Kirchzartener Lexware-Team und 42 Sekunden vor Julian Schelb. Diese beiden Konkurrenten mussten am Freitag Federn lassen. Stattdessen war es der Tscheche Matous Ulman, der als Einziger dem Titelverteidiger Stiebjahn vom Team Bulls folgen konnte, als der in Todtnau aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe heraus antrat. Und den Berg "hochgeballert" ist, wie es der Tagesfünfte Sascha Weber formulierte. Mit Ulman fand Stiebjahn einen Bundesgenossen, der ihm auf den Flachpassagen half. Bis nach Menzenschwand. Im folgenden Anstieg hinauf zum Caritas-Haus setzte Stiebjahn "alles auf eine Karte". Rasch ließ er den Konkurrenten zurück und holte noch 1:02 Minuten Vorsprung heraus. Was in der Gesamtwertung das Zeitpolster auf den jetzt auf Rang zwei liegenden Ulman auf 2:07 Minuten anwachsen ließ. Tages- und Gesamtdritter ist Stiebjahns Teamgefährte Simon Schneller, der mit 4:41 Minuten Rückstand überraschend Dritter wurde.

Für das Team Freiburger Pilsner-Merida aus Breitnau hält sich überraschend Luca Girke am besten. Der U-23-Fahrer landete im Prolog auf Platz 24 und am zweiten Tag auf Platz 19 und hat sich in der Addition beider Etappen auf Position 18 geschoben, 20:11 Minuten hinter Stiebjahn. Girkes Teamkollege Florian Reichle ist 22. (23:02 Minuten zurück), während die beiden Breitnauer Sprint-Spezialisten Simon Gutmann (48:21 Min.) und Heiko Hog (1:01:59 Std.) auf den Plätzen 46 und 51 folgen. Vor ihnen liegt noch der Bad Säckinger Niklas Grobert (42:01 Min.) auf Platz 37.