Junger Chilene kommt, fährt und siegt

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Von BZ-Redaktion & Erhard Goller

Mi, 27. Juni 2018

Mountainbike

Südamerikaner Gastfahrer des Lexware-Teams / Simon Gutmann in Belgien im Sprint-Viertelfinale.

MOUNTAINBIKE (goll/agut). Georg Egger vom Lexware-Mountainbike-Team hat im Cross-Country-Rennen beim Kitzalp-Bike-Festival in Kirchberg (Österreich) in der Eliteklasse den zehnten Platz belegt. Relativ spontan hatte er sich zu einem Start in Tirol entschlossen. Sechs von acht Runden lag er weitaus besser, als er es erwartet hatte: Er war Dritter. Doch auf den letzten beiden Schleifen auf dem Fleckalm-Circuit in Kirchberg fiel er zurück. Er musste dem siebten Rennen in Folge und auch den 114 Kilometern von der Marathon-DM Triburt zollen. "Die Tanks waren angefressen", sagte er mit einem Schmunzeln, "aber im Großen und Ganzen stimmt die Richtung für den Weltcup im Val di Sole. Dementsprechend happy bin ich mit dem Rennen." Er lag 3:32 Minuten hinter Ex-U23-Weltmeister Gerhard Kerschbaumer aus Italien zurück. David List und Jannick Zurnieden belegten mit einer Runde Rückstand die Plätze 24 und 28. Für Vinzent Dorn kam der Einsatz eine Woche nach der Marathon-DM zu früh. Dorn beendete das Rennen vorzeitig.

Im Junioren-Rennen tauchte das Trikot des Lexware-Mountainbike-Teams ebenfalls auf. Der Chilene Martin Vidaure Kossmann trug es, der den Rest der Saison als Gastfahrer für das in Kirchzarten beheimatete Team bestreiten wird. Und Vidaure Kossmann führte sich gleich sehr gut ein. Er gewann das Rennen der Junioren (U 19) vor dem Italiener Emanuele Vittone. Dass Weltmeister Cameron Wright aus Australien mit 42 Sekunden Rückstand Dritter wurde, sagt viel über die Qualitäten des Chilenen aus.

Der 18-jährige Jakob Niemeyer vom Freiburger Pilsner Merida Team nahm in Kirchberg am Juniorenrennen teil. "Nach einem schlechten Start und Rang 18 ging es kontinuierlich nach vorn", erzählte der Offenburger und freute über seinen zwölften Rang. Er war der zweitbeste deutsche Starter hinter Noah Jung aus Gießen, der Zehnter wurde.

Sightseeing und Hochleistungssport – geht das zusammen? Es geht, wie Simon Gutmann und Marius Kottal vom Freiburger Pilsner Merida Team bewiesen haben. Zunächst fuhren die beiden Breitnauer nach Brüssel, um nach Besichtigungen weiter nach Waregem zu fahren. Dort fand ein City-Mountainbike-Sprint auf Weltcup-Niveau statt, wofür sich bis auf Simon Gegenheimer die gesamte Weltspitze angemeldet hatte.

Im Prolog belegte der 22-jährige Gutmann im Klassefeld einen ausgezeichneten zehnten Platz, der ihn aber im Viertelfinale mit dem späteren Gesamtsieger Jeroen van Eck aus den Niederlanden und dem Zweiten Fabrice Mels aus Belgien zusammenführte. Die drei lieferten sich auf der 400 Meter langen Strecke, die dreimal zu durchfahren waren, einen tollen Kampf, den der Breitnauer jedoch mit einer Sekunde Rückstand gegen die beiden verlor. "Schade, das Halbfinale war greifbar", sagte der Hochschwarzwälder, der zwei Runden lang auf dem zweiten Platz lag, der zum Einzug ins Halbfinale gereicht hätte. Im anschließenden Short-Race präsentierte sich Gutmann erneut topfit und belegte den achten Platz. Sein Bruder Marius Kottal erreichte als Elfter das Ziel.