Verlass ist nur auf das Pech

Erhard Goller und Ralf Schäuble

Von Erhard Goller & Ralf Schäuble

Di, 28. August 2018

Mountainbike

Adelheid Morath nach Magenbeschwerden beim MTB-Weltcupfinale nur auf Rang 28.

MOUNTAINBIKE. Der St. Märgener Mountainbikerin Adelheid Morath blieb das Pech auch beim letzten Weltcup der Saison in La Bresse (Frankreich) treu. Dieses Mal bremste sie ein Infekt, mehr als Rang 28 sprang nicht heraus. Für Olympiasiegerin Sabine Spitz gab es bei ihrem letzten Weltcupauftritt mit Rang 52 ebenfalls kein Happyend.

Wenn Adelheid Morath sich am Sonntagabend in ihr Zimmer eingeschlossen und gegen die Wand getrommelt hat, kann man das nachvollziehen. Beim Weltcupfinale in La Bresse gab es die Fortsetzung ihrer diesjährigen Pechsträhne. Nach zwei Knochenbrüchen im Frühjahr hatte sie in den Vogesen Probleme mit dem Verdauungstrakt, vermutlich ein Infekt, der ein besseres Resultat der Schwarzwälderin als den 28. Rang 8:25 Minuten hinter Weltmeisterin Jolanda Neff (Schweiz) verhinderte.

Kaum ist Morath wieder in Form, türmt sich ein Problem auf. Am Freitag hatte sie wegen Magenbeschwerden auf den Start im Short-Track-Wettbewerb verzichtet, hatte aber noch die Hoffnung auf Besserung für das Cross-Country-Rennen zwei Tage später. Doch bei Magen-Darm-Erkrankungen ist die Hoffnung meist trügerisch. "Ich war komplett kraftlos, von Anfang bis Ende", gestand Morath im Ziel. "Mir hat die ganze Energie gefehlt und dann auch noch die ganzen Laufpassagen. Ich konnte mich nie richtig belasten."

Ausgiebige Regenfälle am Samstag hatten die Strecke sehr rutschig und schmierig gemacht. Adelheid Morath war mit Platz 28 sogar beste Deutsche, zumal vor ihr Nadine Rieder nach einem Sturz ausschied und Elisabeth Brandau (Schönaich) erst Probleme mit dem Schuh und später einen Kettenriss hatte.

Letztes Weltcuprennen von Sabine Spitz

Bei ihrem letzten Auftritt im Mountainbike-Weltcup beim Saisonfinale in La Bresse gab es für Olympiasiegerin Sabine Spitz nicht das erhoffte Erfolgserlebnis. Nach einer längeren verletzungsbedingten Pause war es das erste Cross-Country-Rennen seit fünf Wochen. Die Bedingungen waren nach zwei Tagen Regen äußerst schwierig, so dass die dreifache Olympia-Medaillengewinnerin von Anfang an nicht befreit fahren konnte. "Ich hatte richtiggehend eine Blockade im Kopf, so dass ich mich total verkrampft habe. Damit gelang es mir dann auch nicht mehr, auch nur ansatzweise eine vernünftige Leistung abzurufen. Schade, ich hätte mich gerne anders aus dem MTB-Weltcup verabschiedet. Aber mehr war für mich heute nicht möglich", sagte Sabine Spitz und wirkte frustriert.

Dass die Olympiasiegerin nach der langen Zwangspause nicht in Topform sein würde, das war schon im Vorfeld klar. Allerdings hatte sie kurz zuvor bei dem Etappenrennen Rothaus Bike Giro im Hochschwarzwald aufsteigende Form gezeigt und Rang drei belegt. Was unter besseren äußeren Bedingungen möglich gewesen wäre, ist schwer einzuschätzen, aber klar ist auch, dass der 52. Platz nicht das aktuelle Leistungsvermögen von Sabine Spitz widerspiegelt.

Damit geht im Mountainbike-Weltcup nicht nur aus deutscher Sicht eine Ära zu Ende. Auf Facebook hatte sie vor dem Rennen mitgeteilt: "Nun ist er da, der Tag meines letzten Starts im Mountainbike-Weltcup … der 117. seit meinem Debüt 1996 in Houffalize (Belgien). Eine lange, schöne Zeit als Aktive mit vielen tollen Erinnerungen geht zu Ende. Ich glaube, der Zeitpunkt stimmt für mich, jetzt good-bye zu sagen, auch wenn sicher ein wenig Wehmut da ist, den Cross-Country Sport auf höchstem Niveau zu verlassen." Mit 21 Podiums-Platzierungen, zwei Siegen, zehnmal Platz zwei und neunmal Platz drei war es eine sehr erfolgreiche Zeit, auch wenn ihre Domäne vor allem die internationalen Meisterschaften und Olympische Spiele waren. Aus deutscher Sicht gibt es niemanden, der auf solche Weltcuperfolge zurückblicken kann.

Luca Schwarzbauer auf Rang 16 im U-23-Rennen

Im U-23-Rennen der Männer erwischte Luca Schwarzbauer vom Kirchzartener Lexware-Team einen sehr guten Start und positionierte sich unter den besten Zehn. Doch noch während der 3,2 Kilometer langen Startrunde erlitt er einen Reifendefekt. "Der Zeitverlust hielt sich in Grenzen, weil gleich die Tech-Zone kam, doch ich habe natürlich viele Plätze verloren", erklärte Schwarzbauer. Später ging seine Schuhschnalle kaputt, so dass er auch da Zeit verlor. Schwarzbauer kämpfte zwischen Rang zwölf und 16, aber auch mit gereizten Atemwegen. "Ich habe nicht genug Luft bekommen", sagte der Nürtinger. Dennoch zog er aus dem letzten Weltcuprennen der Saison Positives. "Die Form ist gut. Ich denke, wenn bei der WM alles glatt läuft, kann es ein gutes Ergebnis werden." Als 16. wies er schließlich 2:51 Minuten Rückstand auf den siegreichen Norweger Petter Fagerhaug auf und war bester Deutscher.

Sein Teamkollege Max Brandl war von sich und seiner Leistung als 21. (4:10 Minuten Rückstand) zu "100 Prozent enttäuscht". Der Deutsche U-23-Meister sieht sich selbst aktuell "nicht in der Lage, so Rennen zu fahren, wie ich es schon konnte." Warum auch immer. Teamkollege David List landete auf Rang 34 (6:04), Jannick Zurnieden (8:38) auf Rang 50, nachdem er sich zwei Defekte eingefangen hatte. Florian Reichle vom Breitnauer Team Freiburger Pilsner-Merida gab in der dritten Runde auf.