"Musste mich entscheiden"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 25. Mai 2018

Radsport

Haltinger Paracylistin Raphaela Eggert begründet Rücktritt.

PARACYCLING (BZ). Nur wenige Sportarten bescheren ihren Athleten das Privileg, sich dank eines ausreichenden Ertrags ganz auf ihren Sport konzentrieren zu können. Hochleistungssport erfordert einen hohen Aufwand, den es – wer nicht in den Genuss einer Förderung kommt – mit dem eigenen Berufsleben zu vereinbaren gilt. Für Raphaela Eggert ließ sich dieser Aufwand nicht mehr stemmen. Nicht unter den gegebenen Bedingungen. Die Paracyclistin des RSV Haltingen erklärte Anfang Mai ihren Rücktritt.

Weltcup, Weltmeisterschaft und weitere Wettkämpfe – ein zeitintensives Programm. Beruflich erhielt Eggert aber keine Freistellung mehr für die Wettkämpfe, allein durch Urlaub ließ sich die Fortsetzung ihrer Laufbahn auf diesem Level jedoch nicht aufrechterhalten. Eine berufliche Förderung durch die Deutsche Sporthilfe aber habe sich nicht ergeben, ebenso wenig eine Unterstützung durch Sponsoren, so Eggert. "Das alles macht es noch schwerer, erfolgreich zu sein."

Mit WM-Silber und dem Weltcup-Gesamtsieg war Eggert im vergangenen Jahr in der Weltspitze angekommen, "aber um dort zu bleiben, ist richtig viel Zeit, Disziplin, Kraft und Entbehrungen nötig". All das war für die 25-Jährige nun nicht mehr aufzubringen. "Ich musste für mich eine Entscheidung treffen, denn für mich kamen Familie, Freunde und andere Interessen zu kurz." Ihre sportliche Laufbahn beendet Eggert "mit einem weinenden und einem lachenden Auge".