Pleiten, Pech und Pannen beim Lexware-Team

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Di, 22. Mai 2018

Mountainbike

U-23-Mountainbiker beim Weltcup in Albstadt nicht vorne dabei.

MOUNTAINBIKE. Weder das Kirchzartener Team Lexware noch die Breitnauer Pilsner-Merida-Equipe feierten beim Weltcup in Albstadt Erfolgserlebnisse. Bestes Resultat war ein 26. Rang des 18-jährigen David List im Weltcup der U 23.

Pleiten, Pech und Pannen. Selten hat der Terminus besser auf ein Rennen gepasst als am Pfingstsamstag auf das U23-Weltcup-Rennen in Albstadt. Zumindest wenn man das Geschehen im Bullentäle aus Sicht der Mountainbiker aus der Region Freiburg betrachtet.

Lexware-Teamchef Daniel Berhe zuckte mit den Schultern, noch während das Rennen lief. "Solche Tage gibt es halt mal." Nicht, dass es ihn nicht berührt hätte. Vor allem weil zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, was mit Max Brandl geschehen war. Sein Bike wurde von seiner Mutter zum Teamzelt gerollt. Und die wusste da auch nicht, was mit ihrem Sohn war.

Später sollten die Teamkollegen Luca Schwarzbauer und David List erzählen, dass sie ihn am Streckenrand gesehen hatten. Sitzend, blutend, mit vom Schmerz verzerrtem Gesicht. Es kursierten Gerüchte von einem gebrochenen Arm. Tatsächlich war das die Befürchtung der Sanitäter, die Brandl vor Ort versorgten. Das stellte sich zum Glück als vorschnelle Diagnose heraus. Am Ende ist es tiefer Schnitt im Unterarm, "acht bis zehn Stiche" hat Brandl gezählt.

Der Sturz, der zu dieser Verletzung führte, kam durch eine Kollision mit dem Niederländer Milan Vader zustande, den Brandl kurz zuvor überholt hatte, der aber unbedingt vor dem Freiburger Student in die nächste Abfahrt wollte. Ein unnötiges Manöver, für das sich Vader hinterher auch per Anruf entschuldigte.

Für Brandl war das bereits der dritte Sturz an diesem Tag. Regen hatte das Rennen zur Schlitterpartie gemacht. "Unkontrollierbar", so Brandl. Bereits in Runde eins strauchelte er in vorderer Position liegend. Später noch einmal, so dass er sich von Platz 16 wieder nach vorne fahren musste. "Ich habe die Spitzengruppe vor mir gesehen, es lief eigentlich gut." Aber nur bis zu seinem dritten Sturz.

Bereits nach 200 Metern erwischte es den Lexware-Teamkollgen Luca Schwarzbauer. Neben ihm machte ein Konkurrent einen Schlenker, hängte sich beim Nürtinger im Lenker ein. Und der machte einen kapitalen Abgang über das Vorderrad. Immerhin: Schwarzbauer rappelte sich zügig wieder auf und fuhr weiter. Mit verbogenem Lenker allerdings. Also stoppte er in Runde zwei und fiel von Rang 42 auf 52 zurück. Es stellten sich Bauchschmerzen ein, und dann schlitzte sich auch noch sein Reifen auf. Das war’s.

Youngster David List hatte auch schon für einen Stoßseufzer bei Teamchef Berhe gesorgt. Der in Freiburg wohnende Friedrichshafener war bereits bis auf Platz 18 nach vorne gefahren. Doch dann kostete ein Hinterraddefekt dem 18-Jährigen rund 20 Plätze. List kämpfte weiter, fast hätte er im Sprint das ursprüngliche Ziel, Top 25, erreicht. Doch er kam am Rumänen Vlad Dascalu nicht mehr ganz vorbei.
"Ich habe mir das Rennen gut eingeteilt und musste nicht über mein Limit", sagte List. "Keine Ahnung, warum ich schon wieder einen Plattfuß hatte, da stimmt irgendwas nicht."

Beim Freiburger Jannick Zurnieden löste sich immer wieder trotz Fixierung sein Sattel. "Das hat Rückenschmerzen verursacht und ich bin auch nie richtig in Tritt gekommen", klagte Zurnieden. So blieb nur ein enttäuschender 68. Rang.