Bezirksliga Schwarzwald

Mehr Frust als Lust in Löffingen und Bernau

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 27. März 2012

Bezirksliga Schwarzwald

Bezirksligist FC Löffingen und A-Kreisligist FC Bernau sind im Frühjahr noch ohne Sieg.

FUSSBALL. Die Rothosen aus Löffingen, die einst in der Landesliga kickten, können in der Bezirksliga nicht mehr gewinnen. Nach 45 Minuten lag die Mannschaft gegen Aufsteiger Buchenberg im Haslachstadion 0:4 zurück, nach 90 Minuten stand’s 2:4. Der FC Löffingen hat nach der Winterpause noch kein Spiel gewonnen. Die gleiche Bilanz weist der FC Bernau in der Kreisliga A 2 auf. Die Bernauer haben allerdings eine Entschuldigung parat: Vor zehn Tagen waren sie das erste Mal am Ball und auf dem Platz, schuld daran ist der Winter.

Der FC Löffingen gehört seit Jahren zur Bezirksligaspitze, diesem Anspruch wird die Mannschaft derzeit nicht gerecht. 0:4 stand es nach der ersten Halbzeit im Heimspiel gegen Aufsteiger Buchenberg, der gegen den Abstieg kämpft. 0:4 hört sich desolat an, Jürgen Feuerstein will das nicht bestätigen. "Der Gegner war einfach gut", sagt der Löffinger Trainer. Gewiss, sein Team habe die erste Halbzeit verschlafen, aber man dürfe die gute Anfangsviertelstunde nicht vergessen. "Wir hatten Chancen und hätten in Führung gehen können." Die Tore machte allerdings der Gegner. "Wir waren in der ersten Halbzeit nicht auf dem Platz", findet der Löffinger Spielausschussvorsitzende Rolf Schiesel, "und irgendwie ist alles zusammengekommen": schlechtes Zweikampfverhalten, Abwehrfehler, Sonntagschüsse des Gegners. Im zweiten Durchgang hat sich der FC Löffingen "am Riemen gerissen" (Schiesel) und verkürzte durch zwei Tore von Benjamin Gaudig auf 2:4. "Wir hätten sogar noch den Ausgleich schaffen können", sagt Feuerstein. Am Saisonende endet seine Trainertätigkeit in Löffingen, dass es aufgrund des Fehlstarts im Frühjahr vielleicht schon früher zur Trennung kommt, "ist nicht geplant", sagt Schiesel. Auch Feuerstein demonstriert Durchhaltewillen: "Wir lassen den Kopf nicht hängen. Wir müssen die Fehler abstellen und ich muss das Team aufrichten." Pikanterweise bekommen die Rothosen sehr schnell die Chance, sich sportlich zu rehabilitieren: Denn am Mittwoch um 19 Uhr kommt es im Bezirkspokal-Viertelfinale im Haslachstadion erneut zum Kräftemessen mit dem SV Buchenberg.

Das 1:1 zwischen dem SV Hinterzarten und dem TuS Bonndorf war kein Fußball-Leckerbissen. Wolfgang Kalinasch drückt es so aus: "Fußballerisch war’s nichts Besonderes". Der Bonndorfer Trainer trauerte vor allem den beiden Großchancen nach, die der TuS in der Anfangsphase hatte. Nils Boll rannte nach einer Viertelstunde allein auf das Tor des SV Hinterzarten zu, zehn Minuten später gelang Benjamin Schönle dasselbe. Beide brachten den Ball aber nicht im Tor unter. "Da hätte es klingeln müssen", findet Kalinasch, "und dann bekommen wir wie aus dem Nichts das 0:1." Micael DoCabo brachte Hinterzarten in Führung. Bonndorf musste nun kommen, die Heimelf konterte. Doch der TuS hatte Probleme und leistete sich viele Fehler und Ballverluste. "Wir haben keinen Angriff richtig konzentriert zu Ende gespielt", klagt Kalinasch, das hätte sich fast noch gerächt. Denn die größte Chance in der Schlussphase hatte der SV Hinterzarten, doch DoCabo konnte seinen Alleingang nicht erfolgreich abschließen.

"Es war ein Schritt nach vorn", sagt José Rodrigues und man wagt nicht, ihm zu widersprechen. Denn das 1:4 gegen Geisingen war eine Verbesserung gegenüber dem 0:5 zuvor gegen Fützen/Epfenhofen. Kaum ein Verein im Schwarzwald kämpft so sehr mit den Nachwehen des Winters wie der FC Bernau. Im ersten Durchgang hielt die Elf gegen das Spitzenteam aus Geisingen gut mit – es stand 1:1. "In der zweiten Halbzeit haben wir kräftemäßig nachgelassen", sagt Rodrigues, wer will es den Spielern übel nehmen. Woher soll die Kraft kommen? Vor dem Spiel in Fützen waren sie einmal auf dem Platz, "zudem ist die Mannschaft im Umbruch", sagt Rodrigues. Gegen Geisingen standen acht junge Spieler auf dem Feld. Der Bernauer Trainer und die Seinen werden weiterkämpfen. "Mit dem Thema Abstieg haben wir uns noch nicht beschäftigt", sagt Rodrigues, der Optimismus des gebürtigen Portugiesen ist nur schwer zu erschüttern. "S’chunnt" lautet seine Prognose für die nächsten Spiele.