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25. April 2013

Caligiuri und Flum gehen von Bord

Aderlass beim SC Freiburg hält an: Wolfsburg und Frankfurt sind die neuen Arbeitgeber.

  1. Daniel Caligiuri Foto: heu

FREIBURG. So richtig überraschend sind die Nachrichten nicht mehr, gleichwohl werden sie die Anhänger des Sportclub Freiburg nicht gerne hören, wenn nicht sogar ärgern. Daniel Caligiuri hat am Mittwoch beim VfL Wolfsburg einen Vertrag bis 2017 unterschrieben und dazu gesagt: "In den Gesprächen war mir schnell klar, dass ich zum VfL will. Ich freue mich auf Wolfsburg, auch wenn es schwerfällt, Freiburg nach acht Jahren zu verlassen."

Der Aderlass im Breisgau geht also weiter, zumal aus Frankfurt die Meldung kommt, dass sich Johannes Flum von Sommer an ins rot-schwarze Eintracht-Trikot zwängen wird. Was die Eintracht nachmittags in Person von Sportdirektor Bruno Hübner noch zurückhaltend dementierte, wurde am Abend dann via Bild.de als perfekt gemeldet. Flum ist damit schon der zweite Freiburger, den es ins Hessische zieht, nachdem dort schon Jan Rosenthal, dessen Vertrag im Breisgau im Sommer ausläuft, eine neue sportliche Herausforderung sucht. Auch Max Kruses Wechsel zu Borussia Mönchengladbach mussten die Freiburger bereits verdauen. Dazu kommt die Trennung von Sportdirektor Dirk Dufner, der unter der Woche bei Hannover 96 anheuerte.

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In Wolfsburg herrscht eitel Freude über den Transfercoup. "Daniel passt hervorragend in unsere Mannschaft", kommentierte Coach Dieter Hecking die Verpflichtung des 25-Jährigen, der in dieser Saison für den SC 26 Spiele bestritt und dabei fünf Tore erzielte. Ebenso wie Kruse und Flum profitiert auch Caligiuri von einer Ausstiegsklausel, die ihm bei Zahlung einer festgesetzten Summe den Wechsel auch bei laufender Vertragsdauer ermöglicht.

Mit einem Schuss Argwohn nimmt man beim Sportclub zur Kenntnis, dass offenbar auch Kapitän Julian Schuster (bei Werder Bremen) und Matthias Ginter (bei Borussia Dortmund) auf dem Wunschzettel stehen.

Der Spielerausverkauf lenkt den Blick auch auf das geplante neue Stadion für 35 000 Zuschauer. Ein Standort am Flugplatz ist gefunden, Baubeginn könnte 2016 sein. "Wir sind um jeden Tag froh, um den es früher losgeht", sagt SC-Präsident Fritz Keller in einem Interview mit der Badischen Zeitung (siehe Seite: Aus Freiburg). Hauptargument für den Neubau sei die bessere Wettbewerbsfähigkeit des SC durch höhere Einnahmen: "Wir müssen unsere Situation gegenüber anderen Vereinen verbessern. Die Schere darf nicht noch weiter auseinandergehen."

Bei erwarteten Kosten von rund 60 Millionen Euro hofft der SC auf die Unterstützung von Land und Stadt. "Wir sind uns bewusst, dass wir den größten Teil selbst tragen müssen". Der Verein brauche aber eine Absicherung, sprich Bürgschaft. Der Klubchef geht fest davon aus, dass der SC das Projekt stemmen kann: "Sonst würden wir das nicht angehen."

Was die kommende Saison im alten Stadion angeht, rechnet Keller fest damit, dass der SC im Fall der Fälle eine Ausnahmegenehmigung für internationale Spiele erhalten würde. Zu befürchten seien aber Einschränkungen bei der Zuschauerzahl.

Autor: Michael Dörfler und Joachim Röderer