Mountainbike

Schwarzwälder Simon Stiebjahn und Matthias Bettinger erzielen Top-Resultate

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Do, 12. Oktober 2017

Mountainbike

Mountainbiker Simon Stiebjahn und Matthias Bettinger beenden die Saison mit Topplatzierungen.

MOUNTAINBIKE. Mit zwei Top-Ten-Resultaten hat der Langenordnacher Simon Stiebjahn (Team Bulls) beim Roc d’Azur in Südfrankreich seine Saison beendet. Mit Platz fünf im Marathon und Rang zehn im Cross-Country-Rennen gelang ihm in Fréjus ein erfreulicher Saisonabschluss. Der Breitnauer Matthias Bettinger (Lexware) erzielte beim Marathon in Münsingen mit Rang vier ebenfalls eine hervorragende Platzierung im letzten Rennen der Saison.

Der 86 Kilometer lange Marathon an der Côte d’Azur begann für Stiebjahn mit einem sonderbaren Gefühl. Das Feld stürmte mit derartiger Vehemenz in den ersten Anstieg hinein, dass er sich "im falschen Film" wähnte. "Ich dachte, die Form ist weg", so Stiebjahn zu den ersten zehn Kilometern. Einer, der auch abgehängt wurde, das aber mit der Gelassenheit eines dreifachen Weltmeisters zur Kenntnis nahm, war Alban Lakata. Der Österreicher wusste, dass "die da vorne völlig übertrieben haben", wie er später zu Protokoll gab. Alle bis auf einen: Sein Landsmann Daniel Geismayr musste dem hohen Anfangstempo nicht Tribut zollen und gewann nach 3:52:18 Stunden mit 2:48 Minuten Vorsprung vor Alban Lakata. An dessen Hinterrad hatte sich Simon Stiebjahn geheftet. Nach einem Drittel der Distanz wurde ihm zugerufen: Platz sechs. "Da war ich erstaunt, weil es am Anfang doch ziemlich hektisch war. Am zweiten Berg bin ich hinter Alban ganz gut zurechtgekommen und habe mich gut gefühlt", so Stiejbahn.

15 Kilometer vor dem Ziel erreichte der Lakata-Stiebjahn-Express die Verfolgergruppe um Jochen Käß und fuhr anschließend zum zweitplatzierten Kolumbianer Hector Paez auf. Und an ihm vorbei. Als Lakata das Tempo noch mal hochzog, hatte Stiebjahn Pech, dass ihm zweimal die Kette herunterfiel. "Schade, damit war der Kampf um das Podest gelaufen", sagte der deutsche Marathon-Vizemeister. Die Chance, den dritten Rang von 2015 zu wiederholen, war dahin. Stiebjahn wurde Fünfter.

Zwei Tage später fehlte Stiebjahn im Cross-Country-Rennen über 55 Kilometer die Spritzigkeit. Er verpasste als Neunter den Anschluss an die Spitzengruppe und am zweiten Anstieg musste er seine Gruppe um den späteren Sieger Nicola Rohrbach (Schweiz) sowie die Weltklassefahrer Lukas Flückiger (Schweiz) und Titouan Carod (Frankreich) ziehen lassen. "Die Besetzung war ja ganz schön prominent", findet Stiebjahn. Soll heißen: Ärgern musste er sich über Rang zehn sicher nicht. "Das war zum Abschluss noch mal ganz okay", sagte er nach seinem letzten Saisonrennen. Seit der Marathon-DM Anfang September hatte er keine Wettkampfpause mehr gehabt. Der dreifache DM-Medaillengewinner und Bundesliga-Gesamtsieger wird nun erst einmal eine Regenerationspause einlegen.

Die Alb-Gold-Trophy in Münsingen ist traditionell das letzte Rennen für den Breitnauer Matthias Bettinger vom Kirchzartener Lexware-Team. Die Strecke mit 88 Kilometern und 1600 Höhenmetern von Münsingen in Richtung Trochtelfingen und zurück war durch den Regen in der Nacht sehr rutschig. Nach dem Start auf dem Bike-Parcours in Münsingen bildete sich durch die Tempoverschärfungen des Centurion-Vaude-Teams schon nach fünf Kilometern eine fünfköpfige Spitzengruppe. Bettinger schaffte neben Matthias Leisling, Daniel Geismayr (Österreichischer Meister), Hermann Pernsteiner und Christian Kreuchler den Sprung in diese erste Gruppe.

"Wir arbeiteten sehr gut zusammen. So war recht früh klar, dass der Sieg unter uns fünf ausgefahren wird", sagte der 33-Jährige. Im letzten Drittel der Strecke versuchte Matthias Leisling an den Anstiegen immer wieder, seine Konkurrenten abzuschütteln. Doch die Entscheidung fiel erst bei der letzten Welle auf dem ehemaligen MTB-Bundesliga-Kurs. "Ich musste eine Minilücke auf Daniel, Matthias und Hermann hinnehmen, die ich in der letzten Abfahrt nicht mehr schließen konnte", erzählte Bettinger, der dennoch mit Rang vier hoch zufrieden war und ergänzte: "Ich freue mich jetzt auf ein paar ruhige Tage mit meiner Familie. Aber die Planungen für die Saison 2018 laufen schon und ich freue mich besonders auf die Heim-DM in Kirchzarten."