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09. Februar 2010 17:36 Uhr

Wichtiges Ehrenamt

Bergwacht Menzenschwand half bei der Suchaktion

Bei der Suchaktion im Feldberggebiet waren auch Helfer der Menzenschwander Bergwacht im Einsatz. Ohne die ehrenamtlichen Retter wäre der Liftbetrieb im Schwarzwald kaum denkbar.

  1. Die Bergwacht hilft da, wo der Rettungswagen nicht hinkommt. Foto: dpa

MENZENSCHWAND. Bei der Suchaktion auf dem Feldberg am Wochenende waren auch sechs Helfer der Menzenschwander Bergwacht im Einsatz. Andreas Göggel ist einer von ihnen. Um 1 Uhr nachts wurde er alarmiert, gegen 6 Uhr kehrte er nach Hause zurück, weil die Suche erstmal abgebrochen wurde. "Solche Großeinsätze sind eher selten", erklärt Andreas Göggel, der in Menzenschwand Leiter des Bergrettungsdienstes ist.

In den Wintermonaten sind die freiwilligen Helfer der Bergwacht vor allem in Skigebieten gefragt und rund um die Uhr in Alarmbereitschaft. Die Menzenschwander Bergwacht hatte seit Ende Dezember zehn Einsätze. Wenn Wintersportler Hilfe brauchen, sind die ausgebildeten Retter da – und helfen, ohne großes Aufheben zu machen. Wenn die Lifte in Menzenschwand laufen, ist immer auch eine Gruppe der Bergwacht im Einsatz. "Eine Dienstmannschaft besteht aus drei ausgebildeten Helfern und einem Bergwacht-Anwärter", erklärt Peter Böhler, Vorsitzender der Menzenschwander Ortsgruppe. Sind andere Bergwacht-Mitglieder auf der Piste, übernehmen sie Verantwortung, wenn die Dienstmannschaft zu einem Einsatz eilt. Einsätze mitten in der Nacht und bei extremen Wetterbedingungen gibt es zwar nicht jede Woche, aber immer wieder, deshalb sagt Peter Böhler auch: "Wir sind keine Schön-Wetter-Gruppe."

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Die Mitglieder müssen gut Skifahren können

Wer aktives Mitglied in der Bergwacht werden möchte, muss eine zweijährige Ausbildung absolvieren, die mit einer dreitätigen Prüfung endet. Etwa 200 Stunden umfasst der theoretische Ausbildungsteil, "einen noch größeren Teil nimmt die praktische Ausbildung ein", erklärt Lutz Scherer, Landesgeschäftsführer der Bergwacht Schwarzwald. Die Mitglieder werden umfassend in den Bereichen Rettungstechnik und Notfallmedizin ausgebildet. Bei der Bergwacht Schwarzwald müssen Mitglieder vor allem auch sehr gut Skifahren können. Kinder können sich bereits mit zehn Jahren in der Jugendbergwacht engagieren. Um im Rettungsdienst aktiv mitzuarbeiten müssen die Mitglieder volljährig sein.

Auch im Sommer ist ist die Bergwacht im Einsatz, "die meiste Arbeit haben wir aber im Winter", sagt Peter Böhler. Zur Ausstattung der Menzenschwander Ortsgruppe gehören ein Kleinbus, ein Skidoo und drei Ackjas.

Hin und wieder bedanken sich Wintersportler oder Wanderer bei der Bergwacht, die sie gerettet hat. Manchmal komme eine Postkarte, ein anderes Mal stehe auf einmal jemand auf der Wache um sich zu bedanken. "Das ist das Sahnehäubchen unserer Arbeit", erklärt Peter Böhler. Er und sein Team helfen, um zu retten. "Wenn sich aber jemand bedankt, freuen wir uns doch sehr darüber – und es motiviert natürlich auch."

Die Menzenschwander Ortsgruppe gehört zur Bergwacht Schwarzwald mit Hauptsitz in Freiburg, die 26 Ortsgruppen mit insgesamt 1450 Mitgliedern von Karlsruhe bis Waldshut unter einem Dach vereint.

Autor: Kathrin Blum