Ehrenamtliche brauchen viel Geduld

Claudia Renk

Von Claudia Renk

Do, 06. September 2018

St. Blasien

Staatssekretärin Katrin Schütz informiert sich im Sanagarten über den Stand der Sanierungsarbeiten.

ST. BLASIEN. Im Rahmen ihrer Denkmalreise besuchte Katrin Schütz, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, am Mittwoch auch den Sanagarten in St. Blasien. Außer den Ehrenamtlichen, die den Garten mit viel Engagement aus seinem Dornröscheschlaf geweckt haben, waren auch Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes zu dem Treffen gekommen.

"Der Schwarzwälder ist sehr pragmatisch. Er nimmt erst mal den Rechen und die Schaufel in die Hand und macht", sagte Bürgermeister Adrian Probst bei der Begrüßung von Katrin Schütz. Dabei sei man aber auf erste Hürdchen und auch schier unüberwindbar scheinende Hürden gestoßen, was die Sanierung des Sanagartens betreffe.

"Ich findet das Engagement außerordentlich, auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure", lobte Schütz die Initiative in St. Blasien, bei der ein eigens gegründeter Verein, die Stadt sowie Bürger und sogar Feriengäste sich für die Sanierung des Gartens einsetzen.

Christoph von Ascheraden vom Sanagarte-Verein gab einen kurzen Abriss über die Geschichte des etwa 100 Jahre alten Gartens und seiner Nutzung für Patienten des damaligen Lungensanatoriums sowie über die dreieinhalb Jahre, in denen Verein und Stadt sich nun um den zuvor komplett verwilderten Garten bemühen. Dabei sprach er auch die Enttäuschung an, dass der nötige Antrag für Fördermittel nicht, wie geplant, in diesem Herbst gestellt werden kann.

Katrin Schütz und die anwesenden Experten vom Landesamt für Denkmalschutz erläuterten, dass für den Antrag zunächst alle Unterlagen vorliegen müssten. Und an deren Erstellung werde intensiv gearbeitet. Volkmar Eidloth, Fachbereichsleiter Spezialgebiet, erklärte etwa, wie schwierig es ist, den historischen Pflanzenbestand zu ermitteln. Minutiös würden alte Fotos und Postkarten mit der Lupe analysiert, um festzustellen, was in der Entstehungszeit des Gartens dort gepflanzt worden war.

Karin Schinken, Steinrestauratorin beim Amt für Denkmalpflege, erläuterte zudem, das die Terrassen des Gartens von einer absoluten Fachfirma ihrer Zeit gebaut wurden. "Wir würden das heute nicht viel anders machen", betonte sie, allerdings müsse man mehr über die Wasserführung nachdenken, denn diese mache momentan den Mauern zu schaffen. Eine Schadenskartierung sei bereits von einem Fachman gemacht worden, ebenso würde das Material der Mauer analysiert.

Insgesamt, so erläuterten die Experten, soll ein Denkmalpflegerisches Konzept für den Sanagarten entwickelt werden, dass die verschiedenen Bereiche wie Steinsanierung und Gartengestaltung berücksichtig. Damit kann dann im kommenden Jahr die entsprechende Förderung beantragt werden.