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09. Oktober 2008
Friedhof wird neu gestaltet
Umorganisation im Bestand / Maßnahme in St. Blasien wird über Jahrzehnte andauern
ST. BLASIEN. Die Stadt St. Blasien will in den kommenden Jahren an eine Neustrukturierung des Friedhofes heran gehen. "Kein Neubau, sondern eine Umorganisation im Bestand", wie Bürgermeister Johann Meier in der Gemeinderatssitzung am Dienstag versicherte. Für Meier eine Maßnahme über Jahrzehnte, die der Gemeinderat nun auf den Weg brachte: Der Friedhof soll mit einem neuen Wegesystem klarer gegliedert und der Platz vor der Kapelle parkähnlich gestaltet werden.
"Angefangen wird da, wo es die meisten, aufgelassenen Grabflächen gibt", so Meier. Das ist der Bereich am südöstlichen Friedhofsrand hinter der Kapelle, für den der Gemeinderat beschloss, künftig keine Bestattungen mehr zuzulassen und die Belegung der bestehenden Gräber nicht mehr zu verlängern. Für Planer und Landschaftsarchitekt Horst Say, der dem Gemeinderat ein grobes Konzept zur Neugestaltung vorlegte, nur folgerichtig: "Hier kommt man am besten ins System rein", so Say, dessen Plan nicht nur ein neues Wegesystem vorsieht, sondern das besonders den Platz zwischen Kapelle und Leichenhalle neu gestalten will: "Die Kapelle braucht einen ihr zugeordneten Raum", meinte er – der zudem die "Durchsicht" auf die Leichenhalle verhindern soll. Nach seinen Vorstellungen soll die Kapelle im Vorfeld eine große, von Sträuchern und Bäumen umsäumte Rasenfläche erhalten. Am Baum- und Heckenbestand sollen beidseits zwar noch Gräber angelegt werden, allerdings soll es hier strenge Maßstäbe für die Grabmale geben, sie sollen künstlerisch gestaltet sein.Werbung
Mehr grün – und ganz besonders mehr Rasen – soll es auch im übrigen Bereich des Friedhofs geben. So sollen die Gräber künftig mit einer Tiefe von 2,70 Meter größer werden. Entlang der dann klar gegliederten Grabfelder sollen Grabsteinfundamente gesetzt werden und auch die Gräber sollen künftig nicht mehr streng nach Osten ausgerichtet sein, sondern sich an den Wegen orientieren. Ferner schwebt dem Planer vor, nicht zuletzt um den Angehörigen die Pflege der größer gewordenen Grabstellen zu erleichtern, sie unter eine Rasenflächen zu legen und ein durchgehendes "Blumenband" zu schaffen, dass dann von den Angehörigen individuell zu bepflanzen und zu pflegen wäre. "Das sind Denkanstöße", so Say, die derzeitige Planung sei kein Muss, alles sei noch offen – zumal der Friedhof "immer ein heikles Thema ist".
Auch für Bürgermeister Meier "sind Gestaltungsfragen heute nicht erledigt". Das Thema werde den Gemeinderat noch oft beschäftigen – zumal die Umsetzung des ganzen Konzeptes Jahrzehnte in Anspruch nehmen werde. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung jedenfalls einstimmig, in zwei Bereichen – südwestlich der Kapelle und einem weiteren Bereich zwischen Kapelle und Leichenhalle – vorläufig keine neue Bestattungen zuzulassen und belegte Gräber nicht mehr zu verlängern.
Nun soll mit den betroffen Angehörigen das Gespräch gesucht werden, wobei der Bürgermeister versicherte, dass auf die Angehörigen keine Kosten zukommen werden. Damit man einen plastischen Eindruck von den neuen Wegen und den Grabfeldern gewinnen kann, sollen die ausgepflockt und markiert werden.
Autor: Stefan Sahli
