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24. November 2010
Naturschutz
Ein Hochmoor als Nische für bedrohte Arten
Mit dem Hochmoor "Harzmoos" bei St. Peter wurde ein bedeutsames Rückzugsgebiet renaturiert.
ST. PETER. Hochmoore sind beliebte Aufenthaltsorte für seltene Tier- und Pflanzenarten. Eines dieser ökologisch bedeutsamen Rückzugsgebiete liegt auf knapp 1000 Metern Höhe im Staatswald bei St. Peter. Vor wenigen Monaten haben Waldarbeiter-Azubis der staatlichen Forstbehörde damit begonnen, das teils zerstörte Biotop "Harzmoos" wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück zu verwandeln.
Bei einer Begehung mit Vertretern von Umwelt- und Forstbehörden informierte sich Bürgermeister Rudolf Schuler über Einzelheiten. Experten gehen davon aus, dass selbst alteingesessene Einwohner aus St. Peter nicht wissen, dass sich unweit vom Parkplatz am "Potsdamer Platz" deutliche Spuren einer in der Region seltenen Hochmoorlandschaft befinden. "Dass das dort gefundene Moor in der Vergangenheit trocken gelegt und die Torfschichten abgestochen und verkauft wurde, wäre heute aus ökologischer Sicht undenkbar", so Rolf Leimgruber, Fachbereichsleiter beim Forstamt Kirchzarten.Werbung
Um den Erhalt vom Aussterben bedrohter Hochmoorpflanzen zu sichern, haben im Spätsommer Azubis des forstlichen Stützpunktes St. Peter mit dem Bau von kleinen Holzstauwehren in den damals trocken gelegten Gräben begonnen. Offensichtlich mit Erfolg: Schon nach Fertigstellung der ersten Stauwehre zeigte sich ein rascher Anstieg des Wassers.
Die Fachleute gehen davon aus, dass sich das Biotop als optimaler Lebensraum für den vom Aussterben bedrohten Auerhahn eignen könnte. Auch seltene Pflanzen wie der Sonnentau und Wollgras finden dort optimale Lebensbedingungen. Die Kosten für die Wiederbewässerung belaufen sich auf 15 000 Euro. Ob ein kleiner Teil des jetzt geschaffenen Biotops später interessierten Naturfreunden und Schulklassen mit einem Weg, einer Aussichtsplattform und Informationstafeln zugänglich gemacht wird, ist noch nicht entschieden. "Jegliches Betreten der Moorfläche schadet der Natur und ist strikt verboten", so Leimgruber.
Bei der Renaturierung handelt es sich um den Ausgleich für eine Waldumwandlung, die zur Errichtung von zwei Windrädern auf dem nahe gelegenen Gelände des Brosihofes erforderlich wurde.
Autor: Andreas Peikert
